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Jugendfeuerwehren in Schortens Schießen, Boßeln, Schlauchkegeln – Wettstreit um den Stadtpokal

Henning Karasch
Die siegreichen Sillensteder

Die siegreichen Sillensteder

Henning Karasch

Schortens - An den bewährten Disziplinen des Stadtpokals der Jugendwehren der Stadt Schortens hat sich auch bei der 35. Auflage in 36 Jahren (2020 fiel der Wettstreit Corona-bedingt aus) nichts geändert. Im Feuerwehrhaus Sillenstede stand das Schlauchkegeln auf dem Programm, auf der Straße bei Zielens wurde geboßelt und im Schützenhaus Accum wurde auf dem Schießstand des Schützenvereins geschossen. „Es gibt keine Kegelbahn mehr, aber das Ausrollen der Schläuche kann man im Feuerwehreinsatz durchaus gebrauchen“, erklärte Stadtjugendwart Sören Ideus.

Lange Wartelisten

Er koordinierte, wo welche Gruppe antrat, und zählte die Ergebnisse zusammen. „Wegen unterschiedlicher Gruppengröße werden die besten neun Ergebnisse gewertet“, erläuterte er. Rund 60 Mitglieder der Jugendfeuerwehren Schortens, Accum und Sillenstede nahmen an dem Wettkampf teil. „Wir haben die maximale Anzahl in den Jugendabteilungen von 18 auf 22 Mitglieder erhöht und dadurch die Wartelisten verringert“, sagte Sören Ideus. Aber die Ortsjugendwarte brauchen auch ausreichend Betreuerinnen und Betreuer, um weitere Jugendliche aufzunehmen. Daher sei von einer Kinderfeuerwehr, die in Schortens immer mal wieder Thema ist, zunächst abgesehen worden. Somit würden die Wartelisten länger, denn die Nachfrage ist groß.

Gute Gemeinschaft

Leon von Felde und Jana Lange aus Accum machen gerne bei der Jugendfeuerwehr mit. „Es ist genau das, was ich immer machen wollte“, sagte der 15-jährige Leon. Die 14-jährige Jana ging vor drei Jahren mit ihrer besten Freundin zur Jugendfeuerwehr, weil die „so coole Ausflüge und Wettkämpfe“ machen. Die gefallen auch der zwölfjährigen Charlotta Lehner, die außerdem viel über Knoten und Fahrzeuge gelernt hat. Der 13-jährige Ben Harms, dessen Bruder schon von der Jugendfeuerwehr schwärmte, hat jedes Mal Spaß, herzukommen. Die elfjährigen Zwillinge Kea und Jelke Schulze und ihre zwei Jahre ältere Schwester Lina sind von den Großeltern und ihrem Vater her „vorbelastet“. „Es ist eine Gemeinschaft, in der ich mich wohlfühle“, sagte Kea Schulze, der die großen Fahrzeuge gefallen. Ihr Bruder ging früher schon bei jeder Gelegenheit mit ins Feuerwehrhaus.

Boßeln und Schießen

Der Stadtpokal sei für die Jugendwehren ein schöner Jahresausklang, sagte Ideus. Es war am Samstag zwar nebelig, aber einigermaßen trocken. Das war vor allem fürs Boßeln wichtig. Früher habe es einige gute Boßler gegeben, das sei inzwischen eher selten, erklärte Ideus. Den weitesten Wurf mit 98 Metern schaffte Romke Harms aus Accum. Ein Höhepunkt des Wettkampfs war das Schießen auf dem Schießstand in Accum – für die Jüngeren mit Lichtpunktgewehr. Eine Disziplin, die nicht alltäglich sei, bei der sich aber alle gut schlugen. Insgesamt kam der Spaß beim Stadtpokal natürlich nicht zu kurz.

Sören Ideus ist mittlerweile in seinem achten Jahr als Stadtjugendwart. Er blickt auch schon mal auf das kommende Jahr, das wieder einiges für die Jugendlichen bereithält. 2024 stehen Knotenwettkampf, Kreiszeltlager, Leistungsspange und Kreisentscheid an. All das will ordentlich vorbereitet sein. Die Jugendfeuerwehren sind beitragsfrei, sie finanzieren sich aus Spenden, städtischem Zuschuss und der monatlichen Altpapiersammlung.


Sieg mit 4061 Punkten

Die Jugendlichen aus Sillenstede wurden im dritten Jahr in Folge Sieger des Stadtpokals mit 4061 Punkten, sie dürfen den Pokal also vorerst behalten. Schortens folgt mit 3569 Punkten auf Platz zwei und Accum mit 3437 Punkten auf Platz drei. „Wir bauen darauf, euch in die Einsatzabteilung übernehmen zu können“, appellierte der Schortens’ stellvertretender Stadtbrandmeister Markus Patschull an den Nachwuchs. Und er verdeutlichte, dass es keine Sieger und Verlierer gebe, sondern, wie bei einem Einsatz der Feuerwehr auch, nur das erste und letzte Fahrzeug. Dank Feuerwehr-Chronist Helmut Kirchhoff wusste Markus Patschull auch zu berichten, dass der Stadtpokal wenige Monate vor der Geburt des Stadtjugendwarts Sören Ideus und zwei Jahre vor Patschulls eigenen Eintritt in die Jugendfeuerwehr erstmals ausgespielt wurde.

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