Schortens - „Jeder Euro, der jetzt noch in die Bausubstanz des 1996 erbauten Feuerwehrhauses an der Plaggestraße investiert wird, ist keine Investition in die Zukunft.“ Das sagte der Sprecher der Gruppe, Udo Borkenstein (SPD), im Rat und fordert stattdessen, das Augenmerk schon jetzt auf einen Feuerwehr-Neubau an anderer Stelle zu richten. Und tatsächlich müsste am standort Plaggestraße viel investiert werden: Angefangen von der Ausleuchtung der Vorplatzes (18000 Euro) über die Sanierung von Setzrissen (45000 Euro), den Umbau für Atemschutz und Waschhalle und Werkstatt (420000 Euro) bis hin zum Neubau der Umkleide (1,116 Mio. Euro) oder den Parkplatz (220000 Euro).
Investitionsprogramm
Im nun beschlossenen Investitionsprogramm bis 2026 sind das Positionen von mehr als 1,8 Millionen Euro, rechnete Borkenstein vor. Und er prohphezeit: „Und bis das Geld ausgegeben werden muss, vermutlich auch mehr als zwei Millionen...“. Der Rat wisse, dass sich die Zustände für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Ortswehr Schortens dringend verbessern müssen. Vermutlich werde man in dieser Ratsperiode noch mit Planung und Bau eines neuen Feuerwehrhauses beginnen, so Borkenstein. Der Vorschlag der SPD/FDP-Gruppe, dafür schon Geld in den Haushalt einzustellen, habe der Fachausschuss allerdings abgelehnt. „Lieber soll nun unnötig Geld für Maßnahmen ausgegeben werden, die man bei der Option Neubau noch sehr gut aufschieben könnte.“
Das zuvor im Fachausschuss genannte Argument, dass man noch nicht wisse, wo der Neubau entstehen soll, sei schwach, so Borkenstein weiter. Hätten wir Geld für die Planung im Haushalt, könne man bereits geeignete Flächen suchen und Voruntersuchungen machen lassen. An der Plaggestraße laufe inzwischen vieles nicht mehr rund. Angefangen von der riskanten und heute nicht mehr zulässigen Anfahr- und Parkplatzsituation über den zu kleinen Schulungsraum bis hin zu dem Umstand, dass sich die Feuerwehrleute inzwischen in der Fahrzeughalle umziehen müssten, auch wenn bei Minusgraden die Fahrzeughalle geöffnet sei. Und schließlich sei auch der energetische Zustand des Gebäudes heute nicht mehr genehmigungsfähig. Trotz der Ablehnung des Antrags im Fachausschuss wolle man an dem Antrag zum Neubau der Ortswehr Schortens im Rat festhalten.
„Politik wird etwas tun“
Wolfgang Ottens (Grüne) stimmte Borkenstein zwar zu, dass das Gebäude an der Plaggestraße heute nicht mehr dem entspreche, was man sich unter einem Feuerwehrhaus vorstelle. Aber solange es keine Planung gebe, wo ein neues Feuerwehrhaus entstehen könne, wolle er keine 50 000 Euro an Planungskosten bereitstellen, sagte er. „Die Politik muss und wird auch etwas tun für die Feuerwehr Schortens“, so Ottens. Janto Just (Freie Bürger) unterstützt den Antrag der SPD/FDP, weil der die Aufgabe richtig stelle: „Der Antrag will ins Bewusstsein rufen, dass wir nicht 1,8 Millionen Euro in den nächsten Jahren unnötig ausgeben, sondern zügig rangehen an die Planung für einen Neubau.“
Antrag vorerst abgelehnt
Axel Homfeldt (CDU) korrigierte Borkenstein, dass der Antrag im Ausschuss nicht etwa abgelehnt worden sei, sondern dass man die SPD gebeten hatte, ihren Antrag erstmal zurückzustellen. Die Notwendigkeit, dass an dem Gerätehaus etwas passieren oder an anderer Stelle etwas Neues entstehen muss, die streite niemand im Rat ab. Die Feuerwehren der Stadt Schortens können sich darauf verlassen, dass sie so ausgestattet werden, wie es der Feuerwehrbedarfsplan verlange. Die Verwaltung arbeite längst an dem Thema, so Homfeldt. Der Antrag der SPD/FDP wurde abgelehnt –zumindest vorerst.
