Schortens - Frust? Enttäuschung? Ja, aber noch hat niemand den Dienst quittiert. So stellt sich das Thema „Mangel an Lehrgängen“ bei der Feuerwehr Schortens laut Stadtbrandmeister Timm Harms dar.

Der 40-Jährige aus Accum ist im Alter von zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr seiner Heimatwehr eingetreten und hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig weitergebildet und „hoch gearbeitet“. Seit dem 1. März ist Harms Stadtbrandmeister und damit quasi Chef der 149 Männer und Frauen der Einsatzabteilungen der drei Ortswehren Schortens, Sillenstede und Accum.

Für den Mangel an Lehrgängen, vor allem dem Truppführer-Lehrgang, hätten viele Mitglieder noch Verständnis, sagt Timm Harms – Betonung auf „noch“. Aber die engagierten jungen Leute wollen nach oben und mit Ende 20 die wesentlichen Qualifikationen erzielt haben. Sie trifft der Ausbildungstau nun am härtesten.

Noch nehmen das alle hin, aber Timm Harms blickt mit Sorge auf die nächsten Jahre: „Wir sind Feuerwehr – wir kriegen das hin“, sagt der 40-Jährige optimistisch. Andererseits: Wenn der Lehrgangsbedarf nicht zügig gedeckt werde, könnte es eben doch schwierig werden mit der Besetzung von Leitungsfunktionen.

„Die Politik lässt uns im Stich“, kritisiert Harms. Die in Hannover wüssten gar nicht, wie es an der Basis aussehe. Harms vermutet, dass es den Landesfeuerwehrschulen unter anderem auch deshalb an Personal mangelt, weil anderswo bessere Gehälter gezahlt werden.


Truppführer-Lehrgänge könnten auch direkt vor Ort absolviert werden? Harms sieht diesen Ansatz skeptisch, weil dafür einerseits qualifizierte Ausbilder und andererseits die entsprechenden Übungsgegebenheiten notwendig seien.

Mehr Online- und Video-Ausbildung? Für einfache Übungsszenarien oder theoretische Unterweisungen mag das genügen, aber für die Ausbildung zum Truppführer? Harms hat seinen mehrtägigen Truppführer-Lehrgang in Loy absolviert – den ganzen Tag seien sie draußen gewesen und hätten an Übungsobjekten trainiert. „Das ist eine praktische Ausbildung für spätere Einsätze“, sagt Harms: „Online geht das nicht.“

Jörg Grabhorn
Jörg Grabhorn Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt