Sande - Die Gemeinde Sande muss und will erneut viel Geld in die Hand nehmen, um ihre Freiwilligen Feuerwehren in Sande und Gödens technisch mit all dem auszustatten, was für einen Einsatz unabdingbar ist und den Einsatzkräften ein Höchstmaß an Sicherheit bietet. „Die Feuerwehr ist die Pflichtaufgabe der Gemeinde schlechthin, und die wird ehrenamtlich erfüllt. Da braucht es vernünftige und effiziente Ausrüstung“, betonte Bürgermeister Stephan Eiklenborg bei der Sitzung des Ratsausschusses, der sich um die Feuerwehrangelegenheiten kümmert. Hier und da gab es zwar Nachfragen der Ratsvertreter – aber keine Grundsatzdiskussionen. Zuvor hatten sich die Ausschussmitglieder zusammen mit der Feuerwehrführung vor Ort in den Feuerwehrhäusern in Gödens und Sande informiert.
Etwa sechs Jahre ist das nicht mehr ganz so neue Feuerwehrhaus in Sande Bereits in Betrieb. Mit Blick auf die Kosten entstand an der Bahnhofstraße am Kreisel ein funktionaler Zweckbau, der aber natürlich alle Forderungen erfüllt. Unter anderem verzichtet hatte man damals auf elektrisch betriebene Hallentore.
Es wurde am falschen Ende gespart: Die regelmäßige und nur schwer zu kontrollierende Öffnung von Hand und das hohe Gewicht der Tore sorgen immer wieder für Verformungen der Führungsschienen und Verschleiß der Seile. Dadurch ließen sich die Hallentore manches mal nicht richtig öffnen, wodurch es zu Verzögerungen bei den Einsatzfahren kam. Wegen zu geringer Abstände zwischen den einzelnen Toren und somit nur schwer kontrollierbarer Ketten bestehe Unfallgefahr für die Einsatzkräfte.
Die Feuerwehr hat daher beantragt, die mechanischen Tore gegen automatisch betriebene Tore zu tauschen. Für eine Reparatur fallen nun 5000 Euro an, und die Chance sei hoch, dass mechanische Tore immer mal wieder repariert werden müssten. Durch den Einbau elektrischer Motoren als Antrieb für die Hallentore – Kostenpunkt: 25000 Euro – seien keine weiteren Materialschäden zu erwarten und sei eine ordnungsgemäße Öffnung der Tore gewährleistet, sagte Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer. Automatiktore ließen sich im Bedarfsfall – etwa bei einem Stromausfall – auch mechanisch öffnen.
Ersatz muss her
Etwa 680000 Euro fallen in diesem und im nächsten Haushaltsjahr an, um die Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs für die Ortswehr Sande und um Einsatzkleidung neu zu beschaffen, um die Atemschutzgeräte technisch umzurüsten und an den Feuerwehrhäusern in Sande und Gödens kleinere bauliche Maßnahmen vorzunehmen. Grundlage für die Ersatz- und Neuanschaffungen ist der 2017 vom damaligen Gemeinderat beschlossene Feuerwehrbedarfsplan. Manche Projekte – wie etwa die technische Umrüstung der Rolltore im Feuerwehrhaus Sande auf Automatikbetrieb – kommen außerplanmäßig hinzu.
Kostspieligstes Projekt wird die Neuanschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs. Das LF 20 soll ein rund 31 Jahre altes LF 16 ersetzen und möglichst genau auf die Anforderungen der Sander Ortswehr zugeschnitten sein, erläuterte Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer. Fahrer plus acht weitere Feuerwehrleute finden darin Platz, an Bord sind ausreichend Löschmittelvorräte zur Unterstützung des Erstangriffsfahrzeugs. Das neue LF 20 ist auch zur Personenrettung aus bis zu dreigeschossigen Gebäuden geeignet und dient zudem dem Verlegen längerer Schlauchleitungen für entlegene Einsatzobjekte. Nicht zuletzt soll das LF 20 mit einer mobilen Löschwasserpumpe den Aufbau langer Wassertransportwege gewährleisten. Hoffbauer schilderte bereits ziemlich ausführlich, wie das Fahrzeug ausgestattet sein muss und wie die Ausschreibung aussehen soll. Da stehe eben sehr viel mehr drin als „rotes Auto mit zwei Blaulichtern.“
Man weiß, was drin ist
Erst im vergangenen Herbst hatte die Ortswehr Sande mit dem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20 ein neues Fahrzeug in Dienst gestellt und ein 32 Jahre altes Tanklöschfahrzeug 16/25 ausgemustert. „Das HLF ist unser großer Wunderkasten“, schwärmt Hofbauer, „das rückt grundsätzlich zuerst aus. Das LF stößt als Nachrückefahrzeug hinzu.“ Mit dem LF 20 soll dem „großen Wunderkasten“ quasi noch eine „Wundertüte“ an die Seite gestellt werden. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass man genau weiß, was drin ist und was das Auto kann.
Etwa 495000 Euro soll das neue Fahrzeug kosten, dessen Planungen in der Ortswehr schon längst begonnen haben. Vermutlich können 54000 Euro als Zuschüsse eingeplant werden, sagt Fachbereichsleiter Sebastian Janßen. „Ich gehe davon aus, dass wir im ersten Halbjahr ausschreiben können“, meint Peter Hoffbauer. „Wegen langer Lieferzeiten wird das neue LF 20 aber wohl erst Ende 2023 bei uns auf dem Hof stehen.“
