Sande - Nach drei Jahren unfreiwilliger Pause haben sich die beiden Sander Feuerwehren jetzt erstmals wieder zu ihrer Generalversammlung treffen können. Wie die Arbeit der Feuerwehren unter Pandemie-Bedingungen ablief, das berichtet Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer. „Wir haben es mit einer Vielzahl von ineinander greifenden Maßnahmen hinbekommen, dass sich kein Kamerad im Dienst infiziert hat und die Einsatzfähigkeit immer aufrechterhalten können“, so Hoffbauer. Glücklicherweise seien mit dem Lockdown auch die Zahl der Einsätze zurückgegangen.
Mit dem Niedersächsischen Feuerwehr-Ehrenzeichen wurden geehrt
Für 25 Jahre: Stephan Wendeling (Ortsfeuerwehr Sande)
Für 40 Jahre: Uwe Dierks (Ortswehr Gödens) sowie Dieter Hoffbauer und Wim Klein (Sande).
Mit dem Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachen für langjährige Mitgliedschaft geehrt wurden:
Für 50 Jahre: Wilfried Weers und Heinz Löschen (Gödens) sowie Detlev Drechsler (Sande)
Für 60 Jahre: Manfred Steinbrich, Dieter Schepker und Ulrich Multhaupt (Gödens) sowie Johann Dirks und Friedrich Willms (Sande)
Befördert wurden: Don Hollje, Dieter Hoffbauer und Stephan Jaron zum Löschmeister sowie Jan Holst zum Oberlöschmeister.
Weniger Einsätze
2019, also im Jahr vor Corona, mussten die Ortswehren aus Sande und Gödens insgesamt 108 Einsatze fahren. 44 mal rückten die Wehren zu Brandeinsätzen aus, 64 mal zu Hilfeleistungen. Von Anfang Januar bis zum 21. März wurden dann noch 18 Einsätze und somit 6,6 pro Monat gefahren, berichtete Hoffbauer. Dann kam der Lockdown bis Mai - in dieser Zeit habe die Wehr nur vier mal ausrücken müssen. Im Rest des Jahres wurden 43 Einsätze abgearbeitet. „Insgesamt wurden wir 2020 zu 62 Einsätzen gerufen. Im Vergleich zu 2019 haben sich die Einsatzzahlen fast halbiert“, sagte Hoffbauer. Der Trend habe sich auch 2021 fortgesetzt: Nur noch zu 56 Einsätzen wurden die Feuerwehren alarmiert. Ein Grund für den Rückgang der Zahlen sei unter anderem, dass 2020 und 2021 etliche Großveranstaltungen nicht stattfanden, bei denen die Sander Wehren üblicherweise ein vorsorgliches Sicherheitskontingent stellen.
Tagsüber hapert’s
Um die Tagesverfügbarkeit aufrecht zu erhalten, werden seit Herbst 2019 montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr bei größeren Einsätzen stets beide Ortswehren alarmiert - 24 mal sei das schon nötig gewesen. „Trotz dieser Maßnahme fehlen uns tagsüber Einsatzkräfte, die hier im Ort arbeiten“, so Hoffbauer. „Wir haben in unseren Feuerwehren nur sechs Kameraden, die in der Gemeinde arbeiten. Zusammen mit den Schichtgängern kommen wir auf rechnerisch 16,3 Kameraden, die tagsüber Einsätze fahren können.“ Das ist nach dem Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Sande nicht ausreichend, um die gestellten Aufgaben zu erledigen. Hier gebe es dringenden Handlungsbedarf. Der Gemeindebrandmeister appellierte an die Verwaltung und den anwesenden Bürgermeister Stephan Eiklenborg, offene Stellen bei der Gemeinde mit Feuerwehrkameraden oder Mitarbeitern zu besetzen, die beabsichtigen in der Feuerwehr mitzuarbeiten.
Neue Fahrzeuge
Corona hat auch die Feuerwehr-Lehrgänge erwischt: Viele Aus- und Fortbildungen mussten abgesagt werden, einiges konnte durch Online-Seminare aufgefangen werden. Minimal verbessert hat sich seit der letzten Jahreshauptversammlung die Einsatzstärke der Feuerwehren: Zum Jahreswechsel 2021/22 gab es 98 Aktive in beiden Wehren, davon 87 Männer und elf Frauen. Der Altersdurchschnitt in den Einsatzabteilungen liege bei 36,6 Jahren.
Gut sieht es mit den Feuerwehrhäusern und den Einsatzfahrzeugen aus: Im vergangenen September wurde als Ersatz für das TLF 16/25 der Ortswehr Sande ein neues HLF 20 in Dienst gestellt. Die Ausschreibung für ein neues LF20 stehe kurz bevor. Als nächstes steht die Ersatzbeschaffung für das LF8 der Ortswehr Gödens an. Dieses Fahrzeug sie auch schon 26 Jahre alt.
