Schortens - Sehr ruhig, sachlich und zügig wurde am Donnerstagabend im Finanzausschuss in Schortens die Tagesordnung erledigt. Nicht ein Mal kam es zu einer Diskussion oder gar Auseinandersetzung, keine Schuldzuweisungen – nichts. Und das, obwohl die Zahlen mehr als ernüchternd waren: Für den Haushalt 2024 hatte man als Prognose vor einem Jahr noch mit einem Überschuss von 2,7 Millionen Euro gerechnet, aktuell prognostizierte Kämmerin Elke Idel dagegen ein Fehl von 4,8 Millionen Euro.

Die Gründe für das hohe Fehl sind vielfältig: Gerechnet hatte man mit einer Personalkostensteigerung von vier Prozent, extrem hohe Tarifabschlüsse sorgten aber für tatsächliche elf Prozent, was unterm Strich bereits rund eine Million ausmacht. Die Bauabteilung mahnt an, dass rund 700.000 Euro im Jahr für die Straßenunterhaltung nicht ausreichen, hier sollen mehr als zwei Millionen fließen. Und zu guter Letzt wird auch mit einer erheblich höheren Kreisumlage gerechnet, Idels Prognose liegt bei 17,7 Millionen Euro.

Wie sich die Abgabe der Kindertagesstätten an den Landkreis Friesland tatsächlich auswirkt, wollte Detlef Kasig (SPD) wissen. „Bisher haben wir 63 Prozent gezahlt und der Landkreis 27 – sind es jetzt wirklich 50:50?“ Bürgermeister Gerhard Böhling habe bisher von einem Nullsummenspiel gesprochen, tatsächliche Ergebnisse seien aber bisher noch nicht auf den Tisch gekommen. Diese lägen auch noch nicht vor, erklärte Böhling. Er werde sie aber veröffentlichen, sobald belastbare Zahlen vorlägen, sagte der Bürgermeister zu.

Erste Ideen für Einsparungen kamen von der CDU: Im Rathaus könnte die Neubesetzung von Stellen ausgesetzt werden, weil der Fachbereich, der sich mit der Kinderbetreuung befasst habe, nun deutlich entlastet sei. Hier solle eine Umverteilung angestrebt werden, meinte Maximilian Striegl. Er stellte den Antrag, die Verwaltung solle die Haushaltsvorlage nochmal überarbeiten und bis Ende Oktober Vorschläge zum Haushaltsausgleich vorlegen. Dieser Antrag wurde von der CDU-Mehrheit unterstützt, SPD und FDP enthielten sich.