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Firma „Heinen“ jetzt in Jade Traditionsfirma verlässt Varel nach 167 Jahren

Jochen Hottinger, Geschäftsführer der Firma „Heinen“, blickt zufrieden auf den Umzug zurück, denn seitdem hat sich die Produktionsfläche für die Spiralfroster deutlich vergrößert.

Jochen Hottinger, Geschäftsführer der Firma „Heinen“, blickt zufrieden auf den Umzug zurück, denn seitdem hat sich die Produktionsfläche für die Spiralfroster deutlich vergrößert.

Jan-Ole Smidt

Varel/Jade - Ein Traditionsunternehmen von 1856 verlässt die Stadt Varel, nachdem es 167 Jahre an der Achternstraße angesiedelt war. Die Firma Heinen hat seinen Firmensitz in die Gemeinde Jade verlegt, um dort wirtschaftlich zu wachsen.

Letztes Jahr im September bezog die Firma Heinen die Büroräume an der neuen Adresse Am Esch in Jade und die neue Halle konnte nach Renovierungsarbeiten zu Februar bezogen werden. Seitdem ist der Standort in Varel geräumt, doch verbleibt dieser nicht als Leerstand. Die Halle gehört seit 2013 dem benachbarten Unternehmen Theilen-Maschinenbau, denn die damals gegründete „Theilen Vermarktungs GmbH“ vermietete die Gewerbeflächen an das Maschinenbau-Unternehmen und an die Firma Heinen.

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„Die alte Heinen-Halle wird zurzeit renoviert und modernisiert“, erklärt Matthias Lefeber, Leiter Vertrieb und Projektmanagement bei Theilen, auf Nachfrage. Theilen-Maschinenbau könne somit wachsen und zieht mit der Qualitätssicherung, der Elektroabteilung und mit der Lehrwerkstatt in die ehemalige Halle von Heinen, so Lefeber weiter.

Vergrößerung als Grund

Das Vareler Traditionsunternehmen Heinen fertigte an diesem Standort bis Anfang des Jahres seine weltweit bekannten Spiralfroster. Die Produktion wurde nun in eine deutlich größere Halle nach Jade verlagert, denn die war laut Geschäftsführer Jochen Hottinger nötig. Der alte Standort schränkte das wirtschaftliche Wachstum der Firma Heinen ein, „denn an eine Erweiterung der Fläche am alten Standort – mitten im Stadtgebiet – war nicht zu denken“, sagt er im Gespräch mit der Redaktion.

Die Firma Heinen ist zu Februar gänzlich an den neuen Standort Am Esch in Jade umgezogen. (Bild: Jan-Ole Smidt)

Die Firma Heinen ist zu Februar gänzlich an den neuen Standort Am Esch in Jade umgezogen. (Bild: Jan-Ole Smidt)

Anders sieht es heute in Jade aus, denn produziert wird jetzt auf einer Fläche von 2700 Quadratmeter, statt ehemals 1400 Quadratmeter. Hinzu kommt am neuen Standort ein großflächiges Bürogebäude, von wo aus weltweit Aufträge zusammenlaufen. Zuletzt waren es 40 bis 60 Aufträge pro Jahr, womit das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren zwischen 35 und 40 Millionen Euro verdient hat. Mitarbeiter hat das Unternehmen derzeit 125.

Weltweit nachgefragt

Namhafte Abnehmer der Spiralfroster sind Lebensmittelproduzenten wie „Tönnies“, „Wiesenhof“, „Iglo“, „Frosta“, „Dr. Oetker“ oder „Coppenrath & Wiese“. „Wir bedienen daneben zahlreiche Kunden im Ausland“, erklärt Jochen Hottinger, „denn zuletzt haben wir die Heinen-USA-Corporation am Standort Alpharetta in Atlanta im Bundesstaat Georgia gegründet.“

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Im Zuge dieser Internationalisierung benannte sich das Vareler Unternehmen vergangenes Jahr um und verzichtet auf den Namenszusatz „Heinen Freezing“, um als „Heinen GmbH“ einen eindeutigen Namen für den Mutterkonzern abzubilden. Darüber hinaus baut das Unternehmen seine Verbindungen auf dem europäischen Markt aus und möchte in naher Zukunft weitere Standorte in Polen und Italien gründen. „Genauso wie in den USA handelt es sich primär um Service-Standorte, um mit Kunden in den jeweiligen Ländern noch enger zusammenarbeiten zu können“, so der Geschäftsführer.

Die Spiralfroster

Gänzlich allein ist die Firma Heinen mit seinen Spiralfrostern am weltweiten Markt aber nicht, denn auch hier herrscht ein Wettbewerb. „Wir möchten unseren Service weiter ausbauen und investieren in unser Qualitätsmanagement, was uns einen guten Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte.“ Bei den Maschinen – „made in Varel und nun Jade“ – handelt es sich um Froster, in denen Lebensmittel auf einem spiralförmigen Fließband transportiert werden. In den Maschinen wird Kaltluft von bis zu minus 40 Grad zugeführt, sodass die Lebensmittel bei minus 18 Grad, also im tiefgefrorenen Zustand, den Froster wieder verlassen. Gebaut werden die Maschinen in verschiedenen Varianten, von industriell kompakt bis riesig groß. Und je nach Bedarf ein anderes Modell, denn für Backwaren brauche es eine andere Maschine als für Fleisch.

Bauteil für Bauteil wird in der Produktionshalle in Jade zusammengeführt – so auch die Softwareentwicklung. (Bild: Jan-Ole Smidt)

Bauteil für Bauteil wird in der Produktionshalle in Jade zusammengeführt – so auch die Softwareentwicklung. (Bild: Jan-Ole Smidt)

Produktion in Jade

„In Chile steht ein Karton-Froster von uns, den wir sogar erdbebensicher konstruieren mussten“, so Hottinger. Dabei handelt es sich um die größte aller Maschinen, mit der bereits in Karton verpackte Lebensmittel tiefgefroren werden. Einzelne Bauteile gibt das Unternehmen anderweitig in Auftrag und fügt die Froster bis zu einem gewissen Grad in seiner eigenen Produktionshalle zusammen. Von dort aus werden die vorkonstruierten Bauteile zum Kunden geschickt. Heinens Monteure reisen hinterher und bauen den Froster vor Ort zusammen. „Und sollte mal was nicht stimmen, dann können wir uns durch die heutige Technik per Remote von Jade aus auf die Maschinen schalten.“

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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