Wangerland - Die Stadt Schortens hat es mit den Umbauplänen für ihr Bürgerhaus und dem Wald-Wasser-Zentrum vorgemacht und auch die Stadt Wilhelmshaven bekommt vom Kohlestrukturfonds des Bundes ein Stück ab. Für die Jadestadt und die benachbarten Kommunen stehen 141 Millionen Euro Bundesmittel bis einschließlich 2038 zur Verfügung. Die erste Tranche in Höhe von 62,5 Millionen Euro muss allerdings bis zum Jahr 2026 ausgegeben sein. Höchste Zeit also, mögliche Projekte noch rechtzeitig einzureichen.
Ohne Fördermittel geht es nicht
In der Gemeinde Wangerland hat sich diesbezüglich noch nichts getan. Das soll sich jetzt allerdings mit einem Antrag der SPD-Fraktion, der am kommenden Montag, 6. November, im Verwaltungsausschuss des Rates beraten werden soll, ändern. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, inwieweit Projekte durch das „Förderprogramm zur Bewältigung des Strukturwandels zum Kohleausstieg“ förderfähig und für die Gemeinde Wangerland zu beantragen sind. „Wir haben zahlreiche Pflichtaufgaben und auch wichtige freiwillige Leistungen. Das alles zu stemmen, schaffen die Kommunen nicht mehr allein. Ohne Fördergelder geht es nicht“, begründet der SPD-Fraktionsvorsitzende Holger Ulfers den Antrag. „Wir müssen sehen, dass wir von diesen Geldern auch Mittel ins Wangerland lotsen. Das war hier schon immer politische Kultur.“
Ideen fürs Wangerland
Die SPD hat dazu schon selbst eine Ideensammlung zusammengestellt. „Wir haben uns das gesamte Wangerland angesehen und geschaut, für welche Projekte es Fördergelder geben könnte.“ Die Ideen reichen von infrastrukturellen Projekten bis hin zu Projekten, die den Tourismus fördern sollen. So könnten etwa mögliche Gelder in die Sanierung der Kaimauer, die Sanierung des Siels und die Nachnutzung des Feuerwehrgebäudes in Hooksiel investiert werden. Auch das Hooksmeer haben die Sozialdemokraten ins Visier genommen. Hier soll es um die Erstellung eines touristischen Entwicklungskonzeptes gehen. Dieses könnte nicht nur das Anlegen von Fahrradwegen, die Schaffung eines Rundweges sowie Gastro- und Erlebnisangebote beinhalten, sondern auch die Realisierung der vom Bürgermeister Mario Szlezak angestrebten Umsiedelung des Leuchtturms „Roter Sand“.
Für Horumersiel schweben der SPD vor, zum einen den Ortskern mit einem passenden Verkehrsraumkonzept und Parkraum außerhalb des Ortes attraktiver zu gestalten und zum anderen die Wiederherstellung beziehungsweise Andeutung des alten Hafens am Tief und eine gläserne Werft als Ausstellungsraum für die DGzRS.
Waddewarden, Tettens, Minsen und Garms könnten ebenfalls durch die Erstellung entsprechender Dorfentwicklungskonzepte, durch die Herstellung und Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser und der Herstellung von sozialem Wohnraum und Dauerwohnen profitieren.
Zeit drängt
Und da die Frist für die erste Tranche bereits in etwas mehr als zwei Jahren abläuft, drückt die SPD jetzt aufs Gaspedal. „Nach Möglichkeit soll die Verwaltung bereits in der kommenden Sitzung des Gemeindeentwicklungsausschusses am Dienstag, 28. November, erste Vorschläge unterbreiten“, sagt Ulfers. Er ist zudem davon überzeugt, dass der Antrag auch bei den anderen Parteien auf Gegenliebe stößt.
