Schortens - Das ist ja mal eine Zahl: insgesamt 4385 Erdkröten, 22 Teichmolche und 9 Grasfrösche waren dieses Jahr an den Strecken in Schortens von Mitte März bis Ende April unterwegs und konnten mithilfe ehrenamtlicher Tierfreunde vor dem Überfahren gerettet werden. 22 freiwillige Helferinnen und Helfer darunter Familien, das RUZ und Mitglieder des NABU Schortens hatten sich an der diesjährigen Amphibienwanderung beteiligt und täglich in die Eimer geschaut, ob sich darin Tier befanden, die eigentlich auf den Weg Richtung Teich (oder zurück) waren. Sie wurden dann gezählt, vorsichtig über die Straße getragen und im sicheren Grün wieder abgesetzt.
Zahlen nach Orten: Moorhauser Weg: 573 Erdkröten, 1 Frosch; Birkenstraße: 438 Erdkröten; Forsthaus Upjever: 3374 Erdkröten, 8 Grasfrösche und 22 Teichmolche; Auf allen Strecken wurden Hin- und Rückwanderung nicht unterschieden.
Fazit:
Beim Forst sind die Wanderzahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Bei den beiden anderen Strecken gestiegen. Über die Entwicklungen der unterschiedlichen Populationen an den drei Wegestrecken wird ein Bericht im Fachausschuss der Stadt Schortens erfolgen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse an das NLWKN und die NABU Leitstelle für Amphibienschutz in Niedersachsen weitergeleitet.Für den Standort
Forst Upjever sucht die Stadt Schortens noch Sponsoren für das Aufstellen einer neuen Amphibientafel.An drei Strecken Moorhauser Weg, Birkenstraße und Forsthaus Upjever wurden Amphibienschutzzäune aufgestellt, die Zufahrt der Straße im Forst Upjever (In’t Vörwarker Land) war für den Zeitraum der Wanderung komplett gesperrt.
Es war einfach zu kalt
„Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass die Temperaturen für dieses Frühjahr im Vergleich zum Vorjahr sehr niedrig waren und die Amphibienwanderung mit Schnee und Hagel noch fast bis Mitte April zeitweise ins Stocken geriet“, sagt Petra Kowarsch, Mitarbeiterin der Stadt Schortens, Fachbereich Umwelt, „die Nächte waren für die wechselwarmen Tiere, die von der Umgebungstemperatur abhängig sind, einfach zu kalt.“ Das bestätigt auch Janna Brandenburg, Sprecherin vom „Nabu Jever & umzu“: „Bei den kalten Nachttemperaturen fallen sie in Kältestarre und können nicht wandern.“ Zeitweise blieben die Eimer leer und es konnten keine Tiere gezählt werden.
Trotz der Corona-Einschränkungen und des teilweise nass-kalten Wetters hatten auch Grundschulkinder wieder ihre Freude an den Amphibien: „Die Schüler helfen jedes Jahr mit und sind sehr interessiert, die meisten wollen auch die Kröten anfassen und rüber tragen“, erzählt Janna Brandenburg, die auch Lehrerin an der Grundschule Heidmühle ist, „nur wenige ekeln sich oder haben Angst. Sie gehen verantwortungsbewusst mit den Tieren um und erschrecken sich schon mal, wenn eine Kröte plötzlich loshopst.“
Treffen im Herbst?
Petra Kowarsch bedankt sich bei den großen und kleinen ehrenamtlichen Helfern, die vor allem über Whatsapp mit einander vernetzt sind und so „Dienstpläne“ für die morgendlichen und abendlichen Kontrollen an den Krötenzäunen erstellten: „Das jährliche Treffen mit dem Bürgermeister und den freiwilligen Helfern soll – wenn möglich nach Corona – im Forsthaus stattfinden. Denn viele ehrenamtlich-tätige Helfer kennen sich persönlich noch gar nicht.“
