Jever - Eine ungewisse Pandemie-Entwicklung, steigende Produktionskosten und der schwächelnde Absatz von Bier setzen Brauereien in Niedersachsen zu – auch der Jever-Brauerei. Biertrinker könnten dies in den kommenden Monaten durch höhere Preise zu spüren bekommen. „Die Auswirkungen lassen sich nicht mehr über reine Effizienzsteigerungen ausgleichen. Daher wird es notwendig sein, auch die Abgabepreise für unsere Produkte zu erhöhen“, sagt Ira Beckmann, Pressesprecherin des Friesischen Brauhauses zu Jever.
Preissteigerungen
Das Brauhaus, das zur Radeberger Gruppe gehört, hatte bereits im Oktober seine Preissteigerungen bei Fassbier für die Gastronomie sowie für Flaschen- und Dosenbier angekündigt. „Fehlende Planungssicherheit, anhaltende Absatz- und Umsatzrückgänge sowie eine deutlich erkennbare Konsumzurückhaltung bleiben auch für unsere Branche herausfordernde Begleiter“, teilte Beckmann mit.
Die vergangene Corona-Saison bescherte den Brauern ein schwaches Jahr. Mit der zeitweisen Schließung der Gastronomie und ausbleibenden Veranstaltungen fielen Umsatz- und Absatz deutlich unter das Vor-Krisen-Niveau zurück. Der Brauer-Bund erwartete einen Absatzrückgang von 3 bis 4 Prozent für 2021. Damit seien noch einmal 200 bis 300 Millionen Liter weniger alkoholhaltiges Bier als 2020 abgesetzt worden, als es ein Rekordminus von 5,5 Prozent gab.
Die Brauer hängen mit ihrem Fassbierabsatz am Ausschank in der Gastronomie, die monatelang schließen musste. Zudem fielen Volksfeste aus. „Die Gäste zeigten sich zurückhaltender als vor Corona, gut besucht war vor allem die Außengastronomie, wenn das Wetter mitspielte“, sagte Ira Beckmann. Allerdings habe die kurze Sommersaison 2021 auch unter dem eher kühleren und oft regnerischen Wetter gelitten.
Potenzial Alkoholfreie
Das Friesische Brauhaus sieht Potenzial auf dem Markt der alkoholfreien Biere. Dort habe es bereits 2021 Erfolge gegeben, teilte das Unternehmen mit. Eigenen Angaben zufolge hatte das Jever-Bier ohne Alkohol zuletzt die Marktführerschaft bei alkoholfreien Bieren im Handel erreicht. „Daran wollen wir in diesem Jahr anknüpfen in der Hoffnung, dass sich die Lage entspannt, die Pandemie sukzessive ihren Schrecken verliert und wir vor allem bierfreundliches Wetter bekommen“, so Beckmann. Genaue Mengen oder Zahlen zu Absatz und Umsatz nannte das Friesische Brauhaus nicht.
