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Breitbandausbau In Friesland Zu kurze Kabel sorgen für Ärger

Friesland - Durch den Breitbandausbau verringern sich die geografischen Nachteile des ländlichen Raums. „Das stärkt den Bildungsbereich, unsere mittelständische Wirtschaft und unsere Tourismusbetriebe und macht Wohnen im ländlichen Bereich noch attraktiver“, sagt Frieslands Landrat Sven Ambrosy. Doch Breitbandausbau bis in den letzten Winkel dauert und kostet. Und so kommt es, dass viele Bürger immer noch vom schnellen Internat abgeschnitten sind. Das sorgt für Ärger.

Beispiel Bockhorn

Dr. Martin Henkel wohnt im Bockhorner Ortsteil Goelriehenfeld. „Schon zu Zeiten des Straßen- und Radwegausbaus an der K105 habe ich mit dem Landkreis Kontakt aufgenommen“, schrieb er dem „Gemeinnützigen: „Es gab damals die Zusage, dass während der Baumaßnahmen Leerrohre für das Glasfaserkabel gelegt werden sollten. Dieses ist leider nicht erfolgt.“ Auf der Ammerländer Seite der K105 sei man konsequenter gewesen und habe vorbereitend Rohrmaterial verlegt.

Das sagen die Leser

Dem Aufruf des Gemeinnützigen, der Redaktion die weißen Flecken ohne schnelles Internet zu melden, sind sehr viele Leser aus dem gesamten Kreis nachgekommen. Leider kann nur eine Auswahl veröffentlicht werden.
Viele Betroffene
haben schon mit dem Landkreis oder der Breitbandfördergesellschaft Friesland gesprochen, um mit Glasfaserkabel versorgt zu werden. So auch Ralf Bartels aus der Straße Am Großen Querdamm in Bockhornerfeld. „Der Telefonverteilerkasten steht nur 100 Meter entfernt. Mit der Aufschrift drauf ,Hier steckt ihr schnelles Internet drin‘. Aber leider nicht für uns“, schrieb er: „Auch ein Anschreiben der Dorfgemeinschaft an den Landkreis ließ bisher keine Hoffnung auf Besserung aufkeimen.“
An der Grünenkamper Straße
in Bockhorn ist der Frust groß. Ulrich Rost und seine Nachbarn benötigen dringend schnelles Internet, zum Beispiel für das Home Schooling der Kinder und suchten das Gespräch mit dem Landkreis. „Auf Nachfrage von Rolf Neuhaus vom Fachbereich 61 haben die Provider Vodafone und Telekom die Errichtung eines eigenfinanzierten, zusätzlichen Funkmastes abgelehnt. Dabei würde das dazu notwendige Grundstück durch einen Anwohner zur Verfügung gestellt“, schrieb Ulrich Rost: „Eine Aussage darüber, wie und bis wann der Ortsteil Goelriehenfeld einen zeitgemäßen Zugang zum Internet erhält, haben wir nicht erhalten.“
Einige zahlen zwar
Gebühren für schnelles Internet, die Leitung gibt es indes nicht her. So zum Beispiel Herko Zobel aus Varel, Dompfaffstraße.

„In der Dorfgemeinschaft Goelriehenfeld befindet sich mittlerweile eine Reihe von Personen mit selbstständiger Berufsausübung. Ebenso wohnen in unserer Straße viele schulpflichtige Oberstufenkinder“, so Martin Henkel. Die vergangenen Monate hätten deutlich gezeigt, dass die bestehenden Leitungen ungenügend sind. Deshalb habe man mehrfach Gespräche mit dem Landkreis Friesland gesucht. „Es gab lediglich ausweichende Antwort“, konstatiert Martin Henkel.

Beispiel Varel

Um schnelles Internet zu erhalten, hat sich Uwe Boer aus der Brunner Straße in Varel an die Breitbandfördergesellschaft Friesland gewandt. „Aber erst nach zwei Monaten habe ich eine Antwort erhalten mit der Bitte um Mitteilung meiner Telefonnummer“, schrieb er: „Diese stand aber schon in der ersten E-Mail. Ich habe sie dann nochmals zugemailt. Ergebnis gleich Null.“

BREITBANDAUSBAU IN FRIESLAND Anschluss abgelegener Adressen ist sehr teuer

Olaf Ulbrich
Friesland

Die Nachteile für seinen Elektrotechnik-Betrieb hätten sich während der Corona-Krise gezeigt. „Mein Sohn lernte für seine Ausbildung zum Bankkaufmann im Homeoffice für seine Abschlussprüfung, und damit war mein Betrieb internetmäßig lahm gelegt. Da wir noch einen Freileitungsanschluss haben, ist nichts Schnelleres möglich.“ Bei den Anbietern EWE und Telekom kam Boer ebenfalls nicht weiter: „Einer schiebt es auf den anderen.“

Beispiel Varler Hafen

„Seit Jahren kämpfen wir für eine Datenleitung, die mehr als 3000kb/s leistet“, schrieb Bernd Franz. Doch alle Unternehmen winkten ab und verwiesen auf die maroden Kupferleitungen am Hafen, ein Ausbau sei nicht geplant. „Nun keimte kurz Hoffnung auf, nachdem in diesen Tagen tatsächlich ein Erdbauunternehmen anrückte und Leerrohre für den VDSL-Ausbau in der Straße Am Hafen verlegte“, so Bernd Franz weiter: „Leider endet dieses Vorhaben in Höhe eines landwirtschaftlichen Betriebes. Was geschieht mit den 100 Meter weiter entfernt wohnenden Anwohnern und Gewerbeobjekten?“ Diese würden seit Jahren den Zustand beklagen und könnten effiziente Technik oder Kassensystem nicht einsetzen, weil die technischen Voraussetzungen nicht vorhanden seien.

Beispiel Zetel

Abgehängt fühlen sich Sandra und Oliver Stark, die an der Friedeburger Straße in Zetel wohnen. „In der Nachbarschaft werden zurzeit Glasfaserkabel verlegt, leider biegt dieses 80 Meter vor unserem Grundstück ab“, schrieben sie. „Einen Kilometer weiter wird ein Haus, das 300 Meter weit ab liegt, angeschlossen. Das Haus unseres direkten Nachbarn liegt noch dichter an der neuen Leitung, leider zeigt die Haustür zur falschen Straßenseite.


„Ich wohne in Ruttelerfeld, Spolser Weg 3“, schrieb Heinz Bauer. Dort werde derzeit das schnelle Internet ausgebaut. „Aber bedauerlicherweise nur vom Zollweg bis zur Spolsener Moorstraße. Meine Nachbarn und ich fühlen uns im Stich gelassen“, beklagte er sich.

Auch Wilfried Röben aus dem Heidschnuckenweg in Zetel ist sauer. „Auf meine E-Mail an die Ausbaugesellschaft in Jever habe ich noch nicht einmal eine Antwort erhalten“, schimpfte er.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)
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