Friesland - Am Morgen wurden die ersten Portionen Corona-Impfstoff aufgetaut und verladen – am frühen Nachmittag rückten zwei mobile Impfteams der Johanniter in eins der 21 Altenheime in Friesland aus, um mit der Corona-Schutzimpfung zu starten. „Das ist ein besonderer Tag für Friesland“, betonte Landrat Sven Ambrosy. „Ich hoffe, dass wir durch die Impfung möglichst bald unser altes Leben zurückbekommen – auch wenn es zurzeit noch an der Impfstoff-Menge hakt.“
Der Landkreis Friesland hat als erste Charge 1000 Dosen Corona-Impfstoff erhalten – knapp 200 Flaschen mit jeweils 5 Impf-Dosen, die nun schnellstens gespritzt werden.
Am Montag begannen die Corona-Impfungen in den Senioren- und Pflegeheimen: Es gibt in Friesland 21 Einrichtungen mit rund 1500 Betten; inklusive Mitarbeitern sollen nun so schnell wie möglich 2500 Personen ihre erste Impfung erhalten. In drei Wochen beginnt die zweite Runde: Jeder muss zweimal geimpft werden.
Die Mobilen Impfteams der Johanniter Varel und Jever-Schortens bestehen aus drei Personen: aus Arzt, Impfbefähigtem und Verwaltungshelfer.
Im Impfzentrum Roffhausen beginnen am Mittwoch Probeläufe. Der Landkreis hofft, dass kommende Woche weitere Impfstoff-Portionen in Friesland eintreffen, so dass parallel zur Impfung in den Seniorenheimen auch das Impfzentrum starten kann. Bei Bedarf könnte dort 12 Stunden an 7 Tagen pro Woche geimpft werden. Betrieben wird das Impfzentrum von den DRK-Kreisverbänden Jeverland und Varel/Friesische Wehde mit Unterstützung von DLRG und THW. Rund 60 niedergelassene Ärzte und Ärzte in Rente haben sich zum Impfeinsatz gemeldet. Hinzu kommen zahlreiche Medizinische Fachangestellte zur Unterstützung.
1000 Impfungen
1000 Dosen Corona-Impfstoff sind am Samstag in Friesland eingetroffen. Im ersten Durchgang sollen nun die knapp 2500 Senioren plus Mitarbeiter in den 21 Pflegeeinrichtungen ein erstes Mal geimpft werden. In drei Wochen steht dann die zweite Impfung für jeden an. Und wenn weiterer Impfstoff eintrifft, soll auch das Impfzentrum in Roffhausen in Betrieb gehen. Corona-Impfungen: was, wo, wann wie
„Attacke“: Uwe Nitsche als Verwaltungsleiter des Impfzentrums ist froh, dass nach vielen Tagen Vorbereitung – „über die Feiertage waren wir alle wenig zu Hause“ – nun etwas passiert. „Die Pflegeheime sind bereit und erwarten uns sehnlichst.“ Die Impfbereitschaft sei mit 85 bis 90 Prozent hoch. Die Einrichtungen hatten einiges an Bürokratie zu bewältigen: Listen mit allen Impflingen und zusätzlichen Angaben bereitstellen und die erforderlichen Unterschriften der Betreuer vieler alter Menschen einholen.
„Spannende Aufgabe“
„Die Heime haben sehr gut mitgearbeitet“, betont Dr. Andreas Klose von der Kassenärztlichen Vereinigung, der das Impfzentrum betreut. Auch die Ärztekammer ist im Boot: Dr. Reinhard Sprauer erstellt die Dienstpläne im Impfzentrum. Rund 60 niedergelassene Ärzte und Ärzte in Rente haben sich bereiterklärt, mitzuarbeiten. Hinzu kommen zahlreiche Medizinische Fachangestellte zur Unterstützung. „Wir wollen versuchen, Friesland so rasch wie möglich von Corona zu befreien – dazu hoffen wir, dass bald mehr Serum kommt“, sagte Klose.
Für Jonathan Fischer, Teamleiter der Johanniter, und seine Teams beginnt nun „eine spannende Zeit“: „Wir wissen noch nicht genau, was uns erwartet; aber wir sind motiviert. Und die Johanniter sind wie alle anderen Helfer im Rettungsdienst hungrig, nach langer Pause wieder etwas zu tun.“
Bis Ende der Woche sollen die ersten 600 Personen in Friesland geimpft sein.
