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Opfer schildert psychologisches Martyrium Die Masche des mutmaßlichen Baubetrügers Ingmar Kebeck

Friesland - Lange hat die 30-Jährige nach der Berichterstattung unserer Zeitung über den angeblichen Baubetrüger Kebeck mit sich gehadert und überlegt, ob sie ihre Geschichte erzählen soll. Auch wenn die Ereignisse mittlerweile mehrere Jahre zurückliegen, hat sie immer noch Angst, möchte lieber anonym bleiben. „Trotzdem will ich erzählen, was für ein Mensch Ingmar Kebeck ist, um gerade andere Frauen zu warnen“, verrät sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Charismatischer Typ

Als Jugendliche hat sie Kebeck erlebt. Wie er ihre Mutter kennengelernt hat. „Er war anfangs sehr charismatisch, seriös. So glücklich habe ich meine Mutter noch nie gesehen“, erinnert sich Wirtz. Da Kebeck damals selbst keine Unterkunft besessen haben soll, soll er schnell bei der Familie eingezogen sein. Sechs Monate später wurde die Mutter von Kebeck schwanger. Von da an änderte sich alles. „Er hatte ihr damals erzählt, er sei Anwalt. Das war natürlich alles gelogen, wie wir dann herausgefunden haben.“

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Friesland

Androhung von Mord

Damals, so Wirtz, fing es bei Ingmar Kebeck wohl auch mit dem Immobilien- und Baugeschäft an. Immer wieder soll Kebeck demnach verschiedene Baufirmen gegründet haben. „Meiner Mutter hat er gedroht, uns Kinder umzubringen oder zu vergewaltigen, wenn sie nicht auch eine solche Firma gründet, was sie dann auch getan hat“, erzählt Wirtz. Mehrmals war die Polizei damals bei der Familie zu Hause, weil Kebeck Gewalt angedroht haben soll. „Wir mussten uns oben im Haus verschanzen, während Ingmar unten gewütet hat.“ Dass später die Konten der Familie leer geräumt gewesen seien, war laut Wirtz fast noch das kleinere Übel.

Eine Masche erkennbar

Es habe Jahre gedauert, bis ihre Mutter sich von Ingmar Kebeck habe lösen können, erzählt die junge Frau. „Sie hat mehrmals Hilfe beim Weißen Ring gesucht und war zwischenzeitlich in einem Frauenhaus untergekommen“, sagt Melanie Wirtz.

Für sie steht hinter dem Handeln Kebecks ein ganz klares System. „Er hatte damals relativ schnell wieder weibliche Bekanntschaften, die für ihn irgendwelche Firmen gegründet haben“, erinnert sich Wirtz.

Und auch Kebecks aktuelle Firma die KK Systemhaus GmbH in Schortens läuft auf dem Namen seiner Ehefrau, die er im August 2021 geheiratet hat. Er selbst war bis Mai 2021 dort als Prokurist tätig.


Insolvenzverfahren

Seit Ende 2017 läuft zudem ein Insolvenzverfahren gegen den 52-Jährigen. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Michael Waculik aus Jever. Über die Anzahl der Gläubiger und die Höhe der Summe konnte dieser aufgrund des laufenden Verfahrens keine Angaben machen.

„Allerdings können Sie davon ausgehen, dass es sich nicht nur um einen Gläubiger und auch nicht nur um ein paar Tausend Euro handelt“, so Waculik auf Nachfrage. Wer, wie mittlerweile viele andere, finanziellen Schaden durch Kebeck erlitten habe, solle sich in seiner Kanzlei melden, so der Rat des Juristen.

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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