Friesland - In Großstädten wird gern schon mal über Autofahrer mit Drei-Buchstaben-Kennzeichen gelästert. Doch die „Landeier“ bauen in der Regel deutlich weniger Unfälle. Das unterstreicht auch der neue Karambolage-Atlas des Versicherungsunternehmens Generali.
Gefährliches Hamburg
Zwölf Prozent der zugelassenen Pkw sind demnach im vergangenen Jahr in Hamburg in Schäden verwickelt gewesen. Bundesweit lag die Schadenhäufigkeit bei 9,1 Prozent. In Friesland bislang nur bei 7,1 Prozent Schäden pro 100 Kraftfahrzeuge.
Gute Wesermarsch
Im Vergleich zu den Nachbarkreisen liegt nur die Wesermarsch besser. Sie kam auf eine Quote von nur 6,8 Prozent. Der Kreis Wittmund liegt knapp über Friesland bei 7,7, das Ammerland bei 8,1. Wilhelmshaven liegt weit an der Spitze im Regionsvergleich, dort beträgt die Quote 12,1 Prozent. Die Erklärung dafür ist simpel: Im städtischen Verkehr kracht es häufiger.
Männer im Vorteil
Interessant ist auch die alte Frage, wer denn nun sicherer Auto fährt – Männer oder Frauen? Eine klare Antwort gibt der Karambolage-Atlas auch nicht. Denn er erfasst nur die Halter der Autos, nicht die Unfallverursacher. Immerhin schnitten Pkw-Besitzer etwas besser ab. Bei Haftpflichtschäden lag ihre Schadenhäufigkeit bei 2,4 Prozent (Frauen 3,0). In der Kasko-Versicherung kamen die Halter auf 4,1 Prozent, die Frauen auf 5,2 Prozent.
1893 Euro im Schnitt
Ermittelt hat die Versicherung auch die durchschnittlichen Schadenshöhen. Hier führt Bremen das Landesranking mit 2773 Euro pro Unfall an. Der Bundesschnitt liegt bei 2334 Euro. In Friesland sind es 1893 Euro pro Schaden.
Problem Steinschlag
Hier sind die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Denn gerade Bagatellunfälle und Steinschlag sind erheblich teurer geworden. Durch Assistenzsysteme, Kameras für die Verkehrszeichenerkennung oder gar Displays auf der Scheibe hat die technische Entwicklung Austausch und Reparaturen signifikant verteuert. Und Glasschäden machen bei Generali bereits 33,3 Prozent der Gesamtschadensfälle aus.
Übrigens: Einparkhilfen verhindern zwar manchen Parkplatzrempler. Doch wenn die Sensoren von einem Auto ohne solch technische Helfer beschädigt werden, dann folgte eine teure Reparatur.
Toyota führt
Vorurteile gibt es auch über etliche Automarken. BMW- und Audi-Fahrern wird gern nachgesagt, „etwas zügiger“ über unserer Straßen zu rollen. Doch bauen sie auch mehr Unfälle? Jein. Bei der Haftpflicht führt Volkswagen mit einer Schadenhäufigkeit von 6,9 Prozent. Auf den Plätzen dahinter folgen Skoda (5,0) und BMW (4,3). Opel (4,0), Mercedes (3,3), Renault (2,4) und Ford (2,0) bilden das Mittelfeld. Die Top drei bilden die Marken Toyota (0,0), Fiat (0,7), und Audi (1,6).
In der Kaskoversicherung liegen die Werte etwas höher. Hier machen sich wieder die Scheibenschäden, aber auch die Wildunfälle bemerkbar. Die höchste Schadensquote in der Kasko haben Skoda-Besitzer mit 8,7 Prozent. Dahinter folgt BMW (7,4) und Opel (7,0). Die Top drei sind dieselben wie bei der Haftpflicht: Toyota führt die Liste an mit einer Quote von 0,0 Prozent an. Fiat (1,2) und Audi (2,7) folgen.
Weniger Diebstahl
In der Schadensbilanz machen die Glasschäden mit 33,3 Prozent den Löwenanteil aus, knapp gefolgt von den klassische Haftpflicht-Unfällen mit 32,9 Prozent. Dahinter folgen sonstige Schäden wie Vandalismus und Brände (17,1) und Wildunfälle (11,3 Prozent). Personenschäden liegen mit 3,6 Prozent recht niedrig. Diebstahl des kompletten Autos oder auch nur von Teilen spielt im Landkreis Friesland unterdessen mit 0,9 Prozent in der Statistik nur eine sehr kleine Rolle.

