Friesland - In der öffentlichen Debatte um die Geschäftsführer-Personalie der Friesland Kliniken hat die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag deutlich gemacht, dass an keinem der beiden Standorte in Sande und Varel gerüttelt werde, solange die Gruppe im Landkreis die politische Mehrheit habe. „Die Gruppe wird die wohnortnahe Versorgung der Menschen sicherstellen und die hochwertige Medizin in der Fläche erhalten“, so Gruppensprecher Sören Mandel (SPD).
Seit 2017 defizitär
„Damit beide Standorte auch in den kommenden Jahren gesichert sind, braucht es jetzt frische Ideen, Mut und Motivation, um das Ziel zu erreichen. Deshalb brauchen wir jetzt neue Konzepte und Impulse durch eine neue Geschäftsführung“, so Mandel weiter. „Wir sind uns der schwierigen wirtschaftlichen Situation bewusst und treffen gerade deswegen die Entscheidung mit einer neuen Geschäftsführung durchzustarten. Mit uns gibt es nur beide Standorte und mit weniger Defiziten und hoher Qualität für die Menschen.“ Damit dieses Ziel erreicht werde, habe der Kreistag bereits mehrere Millionen Euro bewilligt und Liquidität gewährleistet, damit die Friesland Kliniken gesichert sind.
Die Mehrheitsgruppe stehe zu ihrer Entscheidung und lädt alle politischen Gruppierungen im Kreis „eindringlich ein, sich eindeutig und zeitnah zu beiden Standorte zu bekennen“, damit gegenüber der Landesregierung mit einer Stimme gesprochen werden kann.
Die Friesland Kliniken sind seit 2017 defizitär. Auch Sanderbusch, nach mehr 20 Jahren. „Wir haben uns ein früheres Handeln gewünscht und die alte Mehrheitsgruppe hat darauf im Aufsichtsrat vermehrt hingewiesen“, sagt Mandel. „Die Lösung ist für uns der Erhalt beider Standorte, weil sie gemeinsam stärker sind und daher mit Nachdruck zusammengeführt werden müssen.“
„Nur Scheinrechtfertigungen“
Die Vareler Kreistagsmitglieder Axel Neugebauer und Karl Heinz Funke (Zukunft Varel) erinnern daran, dass mit der Fusion des St.-Johannes-Hospitals Varel und dem Krankenhaus Sanderbusch zu „Friesland Kliniken“ im Jahre 2016 der Kreistag beschlossen habe, dass es auch künftig beide Standorte geben solle. Die schwierige finanzielle Situation seit Anfang 2016 sei beiden Standorten zuzuordnen, habe also nicht nur mit dem Krankenhaus in Varel, zu tun, betonen Neugebauer und Funke. „Es scheint uns, als geht es jetzt um wohlfeile Schutzbehauptungen und Scheinrechtfertigungen.“
