Friesland - Die Pandemie hat die Friesland-Kliniken fest im Griff. Die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei derzeit gering, sagt Dr. Werner Wodrich. Aber aktuell steigen die Zahlen von Corona-positiven Patienten, die isoliert werden müssen. Etwa die Hälfte davon ist tatsächlich an Corona erkrankt, bei der anderen Hälfte ist es ein Zufallsbefund im Rahmen einer anderen Erkrankung. „Der Pflegeaufwand für infizierte Patienten ist deutlich größer.“ Die hohen Schutzmaßnahmen seien für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine große Belastung. Die hohe Belastung sei einer der Gründe für den in diesem Winter besonders hohen Krankenstand.

Die Folge: Zahlreiche Eingriffe und Behandlungen müssen derzeit wegen Personalmangels verschoben werden. Zum Teil täglich müsse geprüft werden, welche Termine stattfinden können, berichtet Dr. Wodrich. „Die Warteliste wird immer länger.“ Eine Ausnahme bilde die Geburtsstation: „Es ist klar, wir weisen keine werdende Mutter ab.“ Auch die Notaufnahme in Sande werden nur in Ausnahmefällen geschlossen – zum Beispiel, weil in diesem Moment ein schwerer Notfall, der alle Ressourcen binde, behandelt werde. Nicht gut zu sprechen ist die Krankenhausleitung auf Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Die angekündigte Milliarden-Hilfe für gestiegene Heizkosten sei nebulös. Sowohl die Kriterien der Unterstützung als auch der Zeitpunkt seien völlig unklar, kritisiert Dr. Wodrich. Sie reiche in jedem Fall nicht aus, die Preissteigerungen der Lieferanten von teilweise 20 Prozent und mehr aufzufangen. Wie alle Krankenhäuser leiden die Friesland-Kliniken unter den unklaren politischen Vorgaben.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)