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Eine IK-Nummer für Varel und Sanderbusch Friesland-Kliniken wollen als ein Krankenhaus gelten

Gesundheitszentrum für das nördliche Friesland: Das Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch ist einer der beiden Säulen der Friesland-Kliniken.

Gesundheitszentrum für das nördliche Friesland: Das Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch ist einer der beiden Säulen der Friesland-Kliniken.

privat

Sande/Varel/Hannover - Die Klinikstandorte in Sanderbusch und Varel sollen für Abrechnungen und Buchhaltung enger zusammenrücken. „Das ist ein ganz entscheidender Punkt, damit das Zukunftskonzept für die Friesland Kliniken aufgeht“, betonte der Vorsitzende der FDP im Kreistag des Landkreises Friesland, Gerhard Ratzel. Die Friesland Kliniken benötigte eine gemeinsame sogenannte IK-Nummer (Institutionskennzeichen). Derzeit werden das Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch und das St.-Johannes-Hospital in Varel unter zwei IK-Nummern geführt. Das heißt, die Buchhaltung läuft getrennt, Abrechnungen, Maßnahmen zur Qualitätssicherung und weitere Bereiche müssen sowohl in Varel als auch in Sanderbusch separat abgewickelt werden. Ratzel: „Sollten die Friesland Kliniken nicht ein IK-Nummer erhalten, besteht die Gefahr, dass bei der künftigen Krankenhausentwicklung sowohl Varel als auch Sanderbusch für sich allein zu klein sein könnten.“

FDP-Spitze zu Besuch in Sanderbusch

Bei einem Besuch des FDP-Landesvorsitzenden Konstantin Kuhle MdB und Landesgeschäftsführerin Imke Haake auf Einladung der FDP Friesland am Mittwoch im Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch hatte sich Ratzel klar hinter das Zukunftskonzept für die Friesland-Kliniken gestellt. „Die Mehrheitsfraktion im Kreistag, zu der die FDP zählt, steht voll und ganz hinter dem Konzept von Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Klinken.“ Handlungsbedarf zur Stabilisierung der Krankenhauslandschaft bestehe aber in erster Linie auf Bundes- und Landesebene. „Wir brauchen dringend eine Reform, die Kliniken in kommunaler Trägerschaft auskömmlich finanziert.“

Abbau von Doppelstrukturen

Das Zukunftskonzept sieht vor, Doppelstrukturen in Varel und Sanderbusch abzubauen. Am Standort Varel ist das Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe angesiedelt. Außerdem entsteht ein Zentrum für alle ambulanten Operationen. Sanderbusch wird kreisweites Zentrum für die Bereiche Gefäßchirurgie, Neurologie und Unfallchirurgie sowie Geriatrie. Beide Standorte behalten die medizinische Grundversorgung und die sieben Tage rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme. Die Zahl der Betten von derzeit insgesamt 510 sollen um 90 auf 420 abschmelzen, hatte der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Sven Ambrosy (SPD), am Mittwoch angekündigt. In der Ausgabe am Mittwoch waren falsche Zahlen genannt worden, wir bitten um Entschuldigung. Dank der fortschreitenden Ambulantisierung medizinischer Leistungen sei der Abbau von Betten ohne Abstriche an der medizinischen Versorgung möglich, so Ambrosy.

Gespräche mit Wilhelmshaven

Ungeachtet der verstärkten Kooperation zwischen Varel und Sanderbusch sind die Friesland Kliniken in Gesprächen mit dem Krankenhaus Wilhelmshaven. „Wir müssen und wollen Leistungsabstimmungen besprechen“, sagte Ambrosy. Das Sozialministerium unterstützt diese Gespräche. „Die Abstimmungen zwischen Sande und Wilhelmshaven sollten intensiviert werden“, hatte eine Sprecherin vor einigen Wochen betont. Das Ministerium könne die Planungen für die Kooperation zwischen Sande und Varel nachvollziehen „unter der Prämisse, dass der Standort Varel dauerhaft als Krankenhaus weiterbetrieben werden soll“, hatte die Sprecherin erklärt. Das Ministerium befürworte aber auch „Überlegungen für eine gemeinsame Zukunft“ zusammen mit Wilhelmshaven.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
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