Friesland - Frieslands Landrat Sven Ambrosy fordert Lockerungen: In Landkreisen mit stabil niedrigen Inzidenzen wie in Friesland soll das Land die Kontaktbeschränkungen im Privaten aufweichen. Außerdem fordert er eine einheitliche Teststrategie von Bund und Ländern, die eine gewisse Normalität in der Corona-Pandemie ermöglicht.
In Friesland liegt die 7-Tages-Inzidenz stabil bei plus/minus 35, am Freitag lag sie bei 34,4 und damit bei der vom Bund anvisierten Zielmarke für Lockerungen. „Und es gibt derzeit keine Hinweise, dass es verstecktes Infektionsgeschehen gibt“, sagt Thomas Fuchs, Leiter des Gesundheitsamts. „Dass die Fallzahlen jetzt höher sind als in der ersten Welle, liegt auch daran, dass viel mehr getestet wird“, so Fuchs. Zu Beginn der Pandemie sei es kaum möglich gewesen, an einen Test zu kommen, weil die Testkriterien sehr streng waren. „Jetzt wird sehr viel mehr getestet, da findet man auch mehr Fälle, die sonst unentdeckt geblieben wären“, sagte er. Dieser Effekt spiele bei den höheren Fallzahlen gegenüber dem Frühjahr 2020 eine erhebliche Rolle.
Treffen zu Fünft?
Ambrosy fordert in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie ans Innen- und Sozialministerium, die Regeln bei privaten Treffen zu lockern: Zwei Haushalte und maximal fünf Personen sollen sich treffen dürfen. „Und da gibt es nun zarte Hinweise, dass das Land auch in diese Richtung denkt“, sagte Ambrosy. Er hatte zudem an anderer Stelle eine engmaschige Teststrategie gefordert, die Tourismus wieder möglich macht. „Wenn wir ein intelligenteres System haben als Lockdown und Quarantäne, dann müssen wir es auch einsetzen“, sagte er.
Das Vier-Säulen-Prinzip
Vier Säulen sind laut Ambrosy im Konzept „Freiheit und Sicherheit“ maßgeblich: Impfen, Testen, digitale Nachverfolgung und die bekannten AHA-Regeln. „Die Tests müssten attestiert und professionell durchgeführt sein, um falsche Ergebnisse zu minimieren“, sagte er. Aber: „Es ist aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen, alle Menschen in ihren Freiheits- und Grundrechten zu beschränken, weil die Tests mit einer kleinen Wahrscheinlichkeit von 1 oder 2 Prozent ein falsches Ergebnis liefern könnten.“
Deutschland könne sich nicht weiter von Lockdown zu Lockdown hangeln – „das macht die Gesellschaft nicht mehr lange mit“, mahnt er.
