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Kuriose Erlebnisse der hiesigen Feuerwehren Nicht alle Notrufe in der Sturm-Nacht waren Notfälle

Jörg grabhorn

Friesland/Ostfriesland - Entwurzelte Bäume und abgebrochen Äste zu Tausenden, vielfach Schäden an Häusern und technischen Einrichtungen – das ist in aller Kürze die Bilanz des Orkans „Zeynep“, der in der Nacht zu Samstag über Küste und Inseln hinweggebraust ist. Bei den zahlreichen eingehenden Notrufen fanden sich auch ein paar, hinter denen kein Notfall steckte.

BILANZ NACH ZWEITEM STURM „Zeynep“ sorgt für Dauereinsatz bei den Einsatzkräften in der Region

Lokal26
Wilhelmshaven

Von „kuriosen“ Erlebnissen berichtet Manuel Goldenstein, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Aurich, in seinem Einsatzbericht. So wollte ein Autofahrer partout nicht verstehen, wieso die Feuerwehr ihn auf der B 72 bei Norden nicht durchfahren ließ. Er sei auf dem Weg, sich Feuerwehr-Einsätze anzusehen.

Die Erklärung, dass „Einsatz-Touristik“ nicht angebracht sei, konnte der Mann nicht nachvollziehen, berichtet Goldenstein. Und dass eine Weiterfahrt auch faktisch gar nicht möglich war, weil die B 72 wegen umgestürzter Bäume gesperrt war, erkannte er offenbar gar nicht.

Geradezu unverfrorenes Verhalten

Geradezu unverfroren verhielt sich ein Hauseigentümer aus der Gemeinde Brookmerland, der den Notruf wählte, weil der Sturm sein Dach abdecken würde. De facto waren gerade mal vier Dachziegel weggeweht. Eine Lappalie.

Damit nicht genug: Der Eigentümer verlangte das Wiedereinsetzen der Ziegel – und wo die Feuerwehr schon mal da sei, könne sie doch auch die schief stehende Tanne im Garten entfernen. Die Feuerwehrkräfte lehnten das natürlich ab.

Kein echter Notfall, aber trotzdem gerne geholfen

Egon Onken, Schortens’ Stadtbrandmeister, berichtet ebenfalls von Notrufen, für die die Feuerwehr nicht zuständig sei – etwa von einer weggewehten Kamin-Eindeckung oder von Bäumen hinten auf Privatgrundstücken: „Solche Anrufe haben extrem zugenommen.“


Indessen ist die Lage nicht bei jedem Notruf klar. Sandes Gemeindebrandmeister Peter Hoffbauer berichtet von einer alten Dame, die einen Knall gehört hatte, sich aber nicht zum Nachschauen vor die Tür traute. Vor Ort stellte die Feuerwehr fest, dass nur ein paar Dachpfannen heruntergefallen waren, und konnte die Frau beruhigen. Das war kein echter Notfall, aber in solchen Fällen hilft die Feuerwehr gern.

Portion Pommes als Stärkung

Auch andere wissen die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer zu schätzen. So bekam das Einsatzkommando der wangerländischen Feuerwehren ein paar Portionen Pommes ins Gerätehaus in Hohenkirchen geliefert, erzählt Gemeindebrandmeister Eike Eilers. Ein anonymer Spender hatte die Zwischenmahlzeit bei einem Imbiss in Auftrag gegeben.

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