FRIESLAND - In Jever forderte Dr. Fritz Kleinsteuber bei der Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestags des Novemberpogroms zu mehr Zivilcourage auf.
Die Judenverfolgung in der Marienstadt hatte der ehemalige Geschäftsführer der Jadebay-Entwicklungsgesellschaft persönlich miterlebt. In seinen Schilderungen der Ereignisse von damals ging er nicht nur auf die Täter ein, sondern auch auf die Bürger, 'die geholfen haben'. Diesen mutigen Menschen, so der Redner, müsse in der Stadt ein Platz der Erinnerung gegeben werden.
Auf dem jüdischen Friedhof in Schortens appellierte Pastor Axel Kullik, 'nicht zu vergessen'. Vor 75 Jahren hätten Häuser, Geschäfte und Synagogen gebrannt und Millionen von Menschen habe die Hölle bevorgestanden. 'Wir können den Menschen, die darunter gelitten haben und noch leiden, unsere Ehrerbietung und Wertschätzung entgegenbringen, auch, indem wir nicht vergessen, was geschehen ist, und indem wir uns dafür einsetzen, dass so etwas nicht mehr geschieht – niemandem, ohne Ausnahme', stellte Kullik auf einer Gedenkstunde des Schortenser SPD-Ortsvereins fest. Dann könnten 'alle Friedhöfe eines Tages wieder Orte der friedlichen Trauer und der liebevollen Erinnerung sein'.
In Gödens auf dem jüdischen Friedhof erinnerte am gestrigen Sonntag Michael Clemens an die Gräueltaten der Nazis und berichtete aus dem jüdischen Leben in Neustadtgödens.
