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nordwest-zeitung

Projekt Der Landfrauen Friesland Gelbes Band heißt: Abernten erwünscht

Melanie Hanz

Friesland - Am Middeldiek in Hooksiel fallen bereits die Äpfel von den Bäumen. Und auch im Apfelgarten Cleverns, auf den Streuobstwiesen an der Gotteskammer und in Rahrdum und in ganz Friesland sind die Äpfel und Birnen, die Pflaumen, jede Menge Brombeeren und anderes Obst erntereif.

Was kaum jemand weiß: Jeder darf Bäume und Sträucher auf öffentlichen Flächen für den Eigenbedarf abernten und das Obst verarbeiten. Um das bekannter zu machen, haben sich die Kreislandfrauen Friesland-Wilhelmshaven der Aktion „Gelbes Band“ des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen der Landwirtschaftskammer in Oldenburg angeschlossen.

Das Ernteprojekt „Gelbes Band“

Frieslands Landfrauen beteiligen sich am Ernteprojekt „Gelbes Band“ des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (Zehn) in Oldenburg: Wer mehr Obst im Garten hat als er/sie ernten und verarbeiten kann, ist aufgerufen, sich zu beteiligen.

Das Gelbe Band markiert Obstbäume, die zum Abernten freigegeben sind. Obstbaumbesitzer können ihre Bestände melden – und erhalten Hilfe bei der Ernte.

Für alle Pflücker gelten folgende Regeln:  Nur Bäume und Sträucher mit „Gelben Band“ abernten Pflücken nur in Reichweite oder Sammeln vom Boden – Klettern ist nicht gestattet. Bäume oder Sträucher dürfen nicht beschädigt werden – Äste dürfen nicht abgebrochen werden.  Der Obstgarten ist so zu verlassen, wie er vorgefunden wurde: Keinen Müll hinterlassen.

Online registrieren

Ist ein Baum oder Strauch mit einem gelben Band markiert, bedeutet das: zum Ernten freigegeben. Aufgerufen, sich zu beteiligen, sind vor allem auch Privatleute, die viel mehr Obst im Garten haben als sie ernten und verarbeiten können. Sie können sich online registrieren, ihre Bäume mit dem gelben Band markieren – und dann erhalten sie Hilfe bei der Ernte.

„Wir Landfrauen haben seit Jahren schon Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung und für die Verwendung regionaler und saisonaler Produkte. Und das umfasst natürlich auch all das Obst, das nun reif ist“, sagt Ellen Kromminga-Jabben. Sie hofft, dass sich viel Obstbaumbesitzer anschließen.

„Gerade in dieser Zeit ist die Obsternte und -Verarbeitung natürlich auch eine tolle Beschäftigung für Familien mit Kindern“, sagt Anke Eden-Jürgens: Sie ist in normalen Jahren an den Grundschulen Frieslands unterwegs, um den Kindern ganz praktisch gesunde Ernährung zu vermitteln. „Wenn man Kindern früh genug vermittelt, wie das geht, dann machen sie das auch später noch gern“, weiß sie.

An die Straße stellen

Die Landfrauen haben Landrat Sven Ambrosy als Schirmherrn gewonnen. Und der hofft, dass sich die Aktion „Gelbes Band“ verselbstständigt. „Als Abfallbehörde stellen wir fest, dass zunehmend Lebensmittel in der Tonne landen – doch all das Obst ist viel zu schade fürs wegwerfen.“ Und er verweist darauf, dass Friesland der Landkreis in Niedersachsen mit dem höchsten Anteil an Ein-Personen-Haushalten ist: „Meist sind das ältere Frauen, die einen Riesen-Garten haben – auch sie freuen sich sicher über Erntehilfe“, so Ambrosy.


Eine Anregung für alle, die keine fremden Leute in ihrem Garten herumlaufen haben möchten: Das Obst selbst ernten und in Kisten, verziert mit dem gelben Band, sichtbar an die Straße stellen.

Wer Fragen: Ellen Kromminga-Jabben, Tel. 04426/265, u.jabben@t-online.de; Heike Langediers, Tel. 04452/8588, heike.langediers@ewetel.net; Anke Eden-Jürgens, Tel.: 04461/6419, juergens.foerriesdorf@t-online.de.

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