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Pro und Kontra Sollte Cannabis legalisiert werden?

Friesland - Die mögliche Legalisierung von Cannabis ist im Zuge der Koalitionsverhandlungen wieder aufgekommen.Es gibt viele Befürworter und Gegner. WZ-Redakteur Harmut Siefken und WZ-Chefredakteur Gerd Abeldt haben ebenfalls klare Meinungen zu dem Thema:

Drogenabgabe vermeidet Kriminalität

Hartmut Siefken. Foto: WZ

Hartmut Siefken. Foto: WZ

Von Hartmut Siefken

„Ich hab gut reden, ich bin ja nicht süchtig und schon gar nicht nach weichen oder harten Drogen. Doch auch wenn ich wie so viele wie der Blinde von der Farbe rede, ist das Drogenproblem eines, dass die Gesellschaft insgesamt lösen und bei dem sie neue Entwicklungen berücksichtigen muss.

Die neue Entwicklung, das sagen Experten, ist die Beimischung härterer Substanzen ins verkaufte Cannabis, um die Konsumenten schneller süchtig zu machen oder gar in noch härtere Drogen zu locken. Überlässt der Staat die Beschaffung des Suchtmittels dem Schwarzmarkt, erlangt er über die Inhaltsstoffe keine Kontrolle.

Ob sich Sucht durch Drogenverbot verhindern lässt, wird kontrovers diskutiert. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch bei strengsten Verboten Drogen konsumiert werden. Der Dealer gewinnt umso mehr bei hohem Risiko. Verbote mögen einige vom Drogenkonsum abhalten, andere dagegen bringen sie in noch größere Nöte. Wie viel Beschaffungskriminalität könnte vermieden werden, wenn Drogen an sowieso schon Süchtige legal abgegeben werden dürften? Wir brauchen kontrollierte Abgabe- und Verkaufsstellen und eine Besteuerung des Konsums. Mit dem Geld könnten Aufklärung und Sozialprogramme finanziert werden.“

INTERVIEW MIT EXPERTIN Welche Chancen und Gefahren eine Cannabis-Freigabe birgt

Sebastian Urbanczyk
Friesland

Legalisierung verschiebt Grenze zu harten Drogen

Gerd Abeldt

Gerd Abeldt

Von Gerd Abeldt


Der Gedanke ist charmant. Wir rauchen ein Kraut und für eine bestimmte Zeit sind wir unsere Sorgen los. Warum nicht? Schließlich ist noch kein einziger Mensch an Cannabis gestorben – ganz anders als an Alkohol oder an Zigaretten-Tabak. Warum also Cannabis-Konsumenten kriminalisieren, wenn Alkoholiker oder Kettenrauer rechtlich nicht belangt werden?

Die Frage ist falsch gestellt. Sollte der Gesetzgeber nach Alkohol und Tabak einer dritten Alltagsdroge den Weg in die Verkaufsregale von Supermärkten ebnen? Nein. Denn auch wenn Cannabis weder Lunge noch Leber schädigt, ist es nicht harmlos.

Schon gar nicht die derzeit kursierenden Züchtungen mit einem deutlich höher berauschenden THC-Gehalt als früher. Das Kraut, für das es medizinisch auch sinnvolle Einsatzgebiet geben mag, steht im Verdacht, gerade bei Kindern und Jugendlichen Hirnschäden auszulösen. Die Folge: Depressionen, Ängste, Atemwegserkrankungen, Abhängigkeit.

Mit einer Legalisierung verlöre Cannabis seine Anziehungskraft auf Pubertierende, die erstmals Grenzen überschreiten wollen. Die Alternative: härtere Drogen. Ein Teufelskreis.

Sicher würde die Legalisierung von Cannabis die Justiz entlasten. Aber zu welchem Preis?

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