Friesland - Die erhoffte Revanche für die Pokalpleite in 2018 haben die Landesliga-Boßelerinnen aus Schweinebrück verpasst. Im Halbfinale des Landespokals der Frauen zogen die favorisierten Friesländerinnen am Sonntag erneut gegen den heimstarken Kreisligisten Holtange knapp mit 0:1 den Kürzeren und schieden aus dem Wettbewerb aus. Das Finale wird, parallel zum Endspiel der Männer, am kommenden Sonntag, 12. Juli, ab 13 Uhr auf der Finalstrecke in Bekhausen ausgetragen.
Halbfinale: Holtange (1. Kreisliga) - Schweinebrück (Landesliga) 1:0. Vor zwei Jahren hatten die Ammerländerinnen den dreimaligen Pokalsieger schon einmal im Halbfinale überraschend auf ihrer alten Wettkampfstrecke aus dem Wettbewerb geworfen. Der Kreisligist setzte sich 2018 anschließend sogar mit dem Pokalsieg die Krone auf. Nun wollten sich die Friesländerinnen für das damalige Aus im Halbfinale revanchieren. Doch trotz des Klassenunterschiedes entwickelte sich erneut ein Duell auf Augenhöhe.
Dabei präsentierte sich die neue Wettkampfstrecke der Holtangerinnen vielseitig. Der erste Teil der Strecke beginnt mit einem geraden Stück, dann folgt die erste Rechtskurve und danach gleich zwei aufeinanderfolgende, langgezogene Linkskurven bis zur Auenbrücke. Nach der Brücke folgen noch drei Kurven, ehe es mit einer breiten und geraden Strecke weitergeht.
Sehr gute Würfe
Nach der ersten Kurve lagen die Gastgeberinnen mit der Gummikugel in Führung. Kurz vor der Brücke führten dann die Schweinebrückerinnen. „Beide Mannschaften haben sehr gute Würfe gezeigt“, analysierte die Holtangerin Kirsten Meyer-Oltmer: „Am Ende der Strecke folgt dann ein schmales Stück. Dort konnten wir den Vorsprung auf einen Schoet ausbauen und warfen mit einem Vorsprung von einem Schoet und fünf Meter über die Wende.“
Auf der Rücktour wurde zur Holzkugel gegriffen – und der hart umkämpfte Schoet von Holtange lange gehalten. Auf dem breiteren Teilstück kamen die Gäste dann besser in Fahrt und holten einen knappen Vorsprung heraus. Doch es ging weiter hin und her.
Kurz vor der Brücke lagen die Holtangerinnen wieder vorn und konnten diesen Vorsprung halten. Die Holzkugel der Schweinebrückerinnen blieb zwölf Meter vor dem Ziel liegen. Somit musste Elke Oltmer den entscheidenden Wurf nur noch über die Ziellinie bringen. Dies gelang ihr mit einem präzisen Wurf, wobei die Kugel noch 25 Meter über die Ziellinie hinaus rollte. Somit betrug die Siegesweite knappe 37 Meter.
„Wahnsinnig stolz“
„Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir jetzt zum zweiten Mal im Landespokalfinale dabei sein können“, betonte Kirsten Meyer-Oltmer. Zum Holtanger Team zählen außerdem noch Petra Hamann, Elke Oltmer, Ulrike Meinen-Bruns und Wiebke Miguez-Fernandez.
Die Schweinebrücker Mannschaftsführerin Astrid Hinrichs bilanzierte: „Das war sehr knapp und sehr spannend auf der tollen neuen Strecke in Holtange.“ Das Kantenglück habe auch eine Rolle gespielt. „Davon hatten die Holtangerinnen etwas mehr. Sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt und letztendlich das bessere Ende für sich behalten“, erklärte Hinrichs: „Das ist der Pokalwettbewerb mit seinen Überraschungen. Vier gegen vier ist eben etwas anderes als acht gegen acht wie im Punktspiel.“ Für Schweinebrück kamen Christine Janssen, Jana Schonvogel, Chantal Bohlen, Mareike Runge, Leentje Eggers und Astrid Hinrichs zum Einsatz. Unterstützt wurden sie am Streckenrand von Fenna Schonvogel und Alexandra Oertel.
Waddens (1. Kreisliga) - Torsholt (Bezirksliga) 6:0. Kurz vor der vorübergehenden Aussetzung des Spielbetriebs wegen des Corona-Krise hatte diese Halbfinal-Partie noch ausgetragen werden können. Dabei sorgte das in der 1. Kreisliga werfende Team aus Waddens Mitte März für eine Überraschung und qualifizierte sich dank eines deutlichen Heimerfolges gegen den eine Staffel höher angesiedelten Tabellendritten der Bezirksliga für das Finale.
Rückblick: Auf der Hintour mit der Gummikugel waren die Gastgeberinnen mit zwei Schoet in Führung gegangen. „Auf der Rücktour entwickelte sich dann ein Kampf auf höchstem Niveau. Aber egal wie weit die Gäste warfen, unsere Mädels kamen immer ein kleines Stück weiter“, freute sich der Waddenser Boßelwart Holger Bruns.
Klasse Wurf vor letzter Kurve
Mitte der Rücktour wurde der Vorsprung von den Gastgeberinnen auf komfortable vier Schoet hochgeschraubt. Für die endgültige Entscheidung sorgte dann Franziska Endom mit einem klasse Wurf durch die letzte Kurve. Den Einzug ins Finale perfekt gemacht haben die Waddenserinnen in folgender Besetzung: Nina Stoffers, Nana Stoffers, Mareile Folkens, Sarah Grimm, Kerstin Grimm und Franziska Endom.
Torsholts Spielführerin Petra Bödecker bilanzierte nach der Halbfinal-Niederlage: „Vom Ligenbetrieb aus den Vorjahren hatten wir zwar nicht die besten Erinnerungen an die Deichstrecke. Die Waddenserinnen haben auch diesmal sehr gut geworfen. Wir haben aber – bis auf die Rücktour – auch eine gute Leistung gezeigt.“ Für Torsholt traten an: Sabrina Frers, Wiebke Bödecker, Sarah Frerichs, Birte von Aschwege, Jule Bödecker und Merle Henschen.
Finale: Im Landespokal der Frauen kommt es am nächsten Sonntag nun erstmals zu einem reinen Kreisliga-Duell. Der Verlauf dürfte spannend werden. Holtange hatte sich in der Punktspielsaison knapp mit 1:0 gegen den Kreisliga-Meister durchgesetzt. Zum Rückkampf, der auf den letzten Spieltag angesetzt war, kam es wegen der Corona-Krise indes nicht mehr.
