Friesland - Wer den eigenen Garten nicht nur pflegeleichter gestalten möchte, sondern dabei auch noch etwas für Schmetterlinge, Wildbienen und andere Insekten tun möchte, ist mit einer Wildblumenwiese gut beraten. Einmal ausgesät, darf sich diese Wiese autark entwickeln. Die einzige Pflege besteht in der Bewässerung in den ersten Wochen nach der Aussaat und eventuell dem Mähen im Frühjahr.
Die Naturschutzstiftung Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven (FWW) fördert die Anlage von artenreichen Wildblumenwiesen in der Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven. Interessierte können einen Förderantrag stellen und von der Naturschutzstiftung zertifiziertes Regio-Saatgut bekommen.
Mit dem richtigen, standortangepassten, regionalen Saatgut kann man ein Minibiotop erschaffen. „Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eine der aktuellen globalen Herausforderungen. Wir versuchen hier in der Region auf verschiedenen Ebenen die biologische Vielfalt zu fördern“, sagt Dr. Ilka Strubelt, Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung FWW. „Ein Projekt, bei dem alle mitmachen können, ist unsere Wildblumenwiesenförderung. Sobald die frostigen Nächte vorbei sind, kann mit der Aussaat begonnen werden.“
Dramatisches Insektensterben
In den vergangenen 27 Jahren habe sich die Biomasse der Insekten um 75 Prozent verringert. Es sei notwendig, Prioritäten zu setzen, um diesem dramatischen Insektensterben zu begegnen. Wildblumenwiesen sehen nicht nur gut aus, sie sind auch notwendige Lebensgrundlagen für viele Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge.
Zertifiziertes Regio-Saatgut besteht aus Samen heimischer Pflanzenarten aus der Region (Nordwestdeutsches Tiefland). Der Vorteil von Regio-Saatgut ist: Die Pflanzenarten sind heimische Arten und sind somit an die Bedingungen in der Region angepasst.
Von und an ihnen leben viele heimische Insektenarten, vor allem Schmetterlinge (wie zum Beispiel der Kleine Feuerfalter oder der Zitronenfalter) und Wildbienen (Maskenbienen, Mauerbienen und viele mehr). Diese wiederum stellen Nahrung für andere Tierarten dar.
Viele der Insekten haben sich auf bestimmte Blüten und Pflanzen spezialisiert. Werden die falschen Blumen angepflanzt, mag das optisch gelungen aussehen – für die Insekten, besonders die Wildbienen, bringt dies dann allerdings nicht viel. Grundsätzlich gilt: Mehrjährige Blühflächen sind einjährigen immer vorzuziehen.
Antrag stellen – so geht’s
Einen Antrag auf Saatgutförderung können alle stellen, die eine Fläche (zum Beispiel eine Ecke im Garten) zur Verfügung haben, auf der sie langfristig eine Wildblumenwiese anlegen möchten. Die Kriterien für die Förderung sind, dass die Wiese langfristig angelegt wird, die Pflege gewährleistet ist und keine Pestizide zum Einsatz kommen.
Das Antragsformular kann auf der Homepage der Naturschutzstiftung FWW unter der Rubrik Leistungen – Wildblumenwiesenförderung heruntergeladen werden. Infos gibt es auch per Mail:
