Friesland - Das Land hat das Konzept des Landkreises Friesland für das Impfzentrum in der ehemaligen Förderschule in Roffhausen genehmigt. „Wir hatten es am Montag eingereicht und es ist ohne Nachfragen, Änderungen oder Auflagen genehmigt worden“, sagte Frieslands Landrat Sven Ambrosy am Freitag.
Laut Landesvorgabe muss der Kreis bis zum 15. Dezember eine so genannte Impfstraße einsatzbereit vorhalten. Die soll nun in der ehemaligen Heinz-Neukäter-Schule entstehen.
Das Impfzentrum
Das geplante Impfzentrum ist eine Einbahnstraße: Vor dem Eingang der Schule wird ein Zelt aufgebaut, das den Wartenden Schutz vor dem Wetter bietet. Im Eingangsbereich der Schule erfolgt dann die Anmeldung. Dort füllen die Impflinge einen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand aus. „Zudem wird die Körpertemperatur gemessen, Schnelltests auf das neuartige Corona-Virus wird es aber nicht geben“, erklärt Amtsärztin Dr. Silke Sell vom Gesundheitsamt.
„In den Wartebereichen und der Anmeldung gelten die AHA-Regeln, die sich dort auch gut einhalten lassen“, sagt Sell. Nach der Anmeldung werden die Impflinge registriert und dann in einen weiteren Wartebereich geschleust. Auch dort ist ausreichend Platz für Abstand.
Dann erfolgt die Impfaufklärung durch einen Arzt. „Das könnte der Flaschenhals werden“, sagt Sell. Denn: „Bisher haben wir 5 Minuten pro Aufklärung angesetzt, das könnte knapp sein“, meint sie.
Im Anschluss geht der Impfling in eine Impfkabine, dort wird er geimpft und muss sich dann noch eine Weile zur Beobachtung im Gebäude aufhalten. „Wenn alles gut ist, dann bekommt er einen Termin für die zweite Impfung, die Eintragung in den Impfpass und kann gehen“, sagt Sell. Sollten doch Beschwerden oder Nebenwirkungen auftreten, dann steht der Rettungsdienst samt RTW zur Verfügung.
Die Kapazitäten
Zu Beginn ist eine Impfstraße geplant, die mit 15 Personen bestückt wird: vier Personen, die die Impfungen durchführen, sieben Verwaltungshelfer, ein Arzt, zwei Sanitätshelfer und zwei Unterstützungshelfer. Hinzu kommt Personal, das den Impfstoff anmischt, und Wachpersonal.
In einer 8-Stunden-Schicht könnten so 96 Impfungen durchgeführt werden, in einer 12-Stunden-Schicht 144 Impfungen. Das Impfzentrum Roffhausen könnte im Gebäude auf acht Impfstraßen erweitert werden. Dafür müssten dann acht Impfkabinen statt einer aufgestellt werden und das Personal müsste entsprechend erhöht werden.
„Wir rechnen nun aber erstmal mit drei Impfstraßen, da wir noch nicht wissen, wie die Impfstoffverfügbarkeit überhaupt aussieht“, sagt Landrat Ambrosy.
Der Impfstoff
Derzeit rechnet der Landkreis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, der bei minus 70 Grad gekühlt werden muss. „Allerdings soll er vom Hersteller in Trockeneisboxen ausgeliefert werden und wir brauchen keine speziellen Kühlschränke“, sagt Sell. Zudem sei der Impfstoff, wenn er angemischt wurde, bis zu acht Tage im Kühlschrank haltbar. Die Kühlkette müsse aber zwingend eingehalten werden, da der Impfstoff sehr anfällig sei, so Sell.
Der Verkehr
Die Zufahrt zum Impfzentrum erfolgt über die Olympiastraße. „Dort wird eine neue Zuwegung zur ehemaligen Schule geschaffen, um den Verkehr aus dem Wohngebiet herauszuhalten“, so Ambrosy.
Zudem wird die Firma Dibag in unmittelbarer Nähe 150 Parkplätze zur Verfügung stellen. Eine Bushaltestelle ist ebenfalls fußläufig erreichbar.
Das Abstrichzentrum
Das Corona-Abstrichzentrum wird von Roffhausen in das Freibad Jever umziehen. Dort sollen dienstags und donnerstags Abstriche vorgenommen werden. Der Betrieb soll am Dienstag, 8. Dezember, starten. Der Kreis rechnet mit 50 Abstrichen pro Tag. Ambrosy dankte der Stadt Jever, die das Freibad selbst vorgeschlagen hatte.
