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NWZonline.de Region Friesland

„Frieslands Bürger sollten Wahl haben“

28.12.2012

Jever Das Projekt „Kennzeichenliberalisierung“ der Hochschule Heilbronn hat dem Landkreis Friesland empfohlen, seine Entscheidung zur Wiedereinführung des JEV-Kennzeichens zu überdenken: „FRI und JEV nebeneinander: Das ist die richtige Lösung“, meint Professor Dr. Ralf Bochert, der 2010 das Hochschul-Projekt zur Wiederzulassung alter Nummernschilder gestartet hat. „Beide Kennzeichen symbolisieren interessante Gebiete, einmal landschaftlich, einmal urban geprägt. Den Bürgern die Wahl zwischen beiden zu lassen, ist sinnvoll“, sagte er der NWZ .

Im September 2011 hatten Studenten der Hochschule Heilbronn auch in Jever eine Befragung durchgeführt. 228 Personen waren befragt worden – 183 Einwohner Jevers und 45 Personen aus dem Altkreis. Die Befragung zeigte mit einem Anteil von 70,8 Prozent die Zustimmung der Stadteinwohner zu einer Wiedereinführung des Altkennzeichens. Das Stimmungsbild deckt sich mit dem Gesamtergebnis der Befragungen von mehr als 50 000 Menschen in über 200 Städten, erklärte Bochert.

Ein Spezial zum JEV-Kennzeichen

Inzwischen sind bundesweit 125 alte Kennzeichen wieder eingeführt worden, im Januar folgen weitere neun Kennzeichen in Hessen und 20 in Mecklenburg-Vorpommern.

Bochert beobachtet die Debatte um das JEV-Kennzeichen, die in Friesland zurzeit geführt wird. „Die Reaktionen zeigen, dass das Kfz-Kennzeichen eine gewisse emotionale Relevanz hat; es spielt in der Hinsicht der Verortung von Menschen schon eine Rolle – und das sollten Gebietskörperschaften nutzen“, sagt er.

Auf jeden Fall gelte, dass JEV einen extrem hohen Bekanntheitsgrad habe und wesentlich eindeutiger geografisch zuzuordnen sei als FRI.

Das Argument der Kreiseinheit, die über das gemeinsame FRI-Kennzeichen gezeigt werde, sei zwar grundsätzlich nachvollziehbar, sagt Bochert: „Diese Emotion kann man aber nicht verordnen – und die Kreiseinheit wird angesichts des Vorführeffekts aus Norden und vielen anderen Städten, die ihre Kennzeichen zurückbekommen, auch zunehmend konterkariert: die anderen Landkreise brechen ja auch nicht auseinander, nur weil ein zusätzliches Symbol wiederauflebt“, betont er.

„Natürlich wird kein Bürger zu irgendetwas gezwungen“, sagt Bochert. Allerdings könne der Landkreis mit der Wiederzulassung von JEV – „das kostet den Landkreis nichts, im Gegenteil hat er Zusatzeinnahmen durch die Ummeldungen“ – durch praktische Bürgernähe punkten. FRI bleibe als Standardkennzeichen erhalten und werde sicher auch weiter das dominierende Kennzeichen im Landkreis sein, so Bochert.

Melanie Hanz
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965311

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