Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Kunstrasen-Nutzung des FSV Jever Ex-Vorsitzender Guido Jaskulska fordert Kompromiss

Guido Jaskulska
Da haben Landkreis, Stadt und FSV Jever noch alle an einem Strang gezogen: Guido Jaskulska (Zweiter von rechts) im Oktober 2018 mit (von links) Heiko Schönbohm, Sven Belka, Marco Eggers, Alexandre Schlieper und Sven Ambrosy bei der Grundsteinlegung für das neue Vereinsheim im Sportpark Jahnstraße.

Da haben Landkreis, Stadt und FSV Jever noch alle an einem Strang gezogen: Guido Jaskulska (Zweiter von rechts) im Oktober 2018 mit (von links) Heiko Schönbohm, Sven Belka, Marco Eggers, Alexandre Schlieper und Sven Ambrosy bei der Grundsteinlegung für das neue Vereinsheim im Sportpark Jahnstraße.

Archiv/Cornelia Lüers

Jever - Ich möchte die moralische Seite der Nutzungseinschränkung für den FSV Jever beleuchten:

Der FSV Jever hat vor vielen Jahren, im Vertrauen auf vielfach getätigte Aussagen des Landkreises Friesland und der Stadt Jever, sich darauf verlassen, dass der Umzug an die Jahnstraße, wie zugesagt, nicht nur zulässig und nutzenstiftend, sondern auch gewünscht sei.

Verein ist in Vorleistung gegangen

In der Erkenntnis, dass man sich als gemeinnütziger Verein dem Allgemeinwohl verschrieben habe, ist der Verein im Rahmen dieses Umzugs, wie selbstverständlich, bereits diverse Kompromisse eingegangen: So erklärten sich die Fußballer nicht nur damit einverstanden, im Rahmen des Umzuges von zwei Großfeld- und vier Kleinfeldspielflächen auf zwei Großfeld- und nur eine Kleinfeldspielfläche „herunterzutakten“, sondern, insbesondere mit Blick auf die unmittelbaren Nachbarn, wurde auf die Installation einer Beschallungsanlage, die es am ja noch Schützenhofplatz gab, verzichtet. Zusätzlich gibt es bis heute keine Einmarschmusik, keine Torfanfaren (man frage nur mal in Schortens die Anrainer, welche Lärmkulisse dort regelmäßig herrscht). Das Vereinsheim wurde, auch mit Blick auf die Anlieger, rückwärtig auf dem überlassenen Grundstück platziert. Das alles geschah freiwillig, ohne Zwang, aus freien Stücken mit dem Bestreben des Vereins auf gegenseitige Kompromissnahme.

Wichtiger Baustein des Freizeitsports

Nun haben wir den Salat: Die öffentliche Hand hat es nicht vermocht, den Streitpunkt außergerichtlich beizulegen, die Kläger haben mit der Gerichtsempfehlung für einen außergerichtlichen Vergleich vermeintlich gewonnen. Ich bin mir sicher: Verloren hat nicht nur der Landkreis, dessen Baugenehmigungen damit richterlich zumindest moniert worden sind, verloren hat nicht nur der Verein, dem nun ein noch größerer Mitgliederschwund droht, verloren hat auch die Stadt Jever! Denn ohne Fußballverein fehlt in Jever ein wichtiger Baustein des Freizeitsports, der junge Familien motiviert, nach Jever zu ziehen oder hier zu verbleiben – das wissen wir aus zahlreichen persönlichen Gesprächen.

Wichtiges Freizeitangebot in Gefahr

Tatsächlich verlieren damit auch die Kläger, die einen, sicherlich unfreiwilligen, Beitrag dazu leisten, dass der Wohnstandort Jever für junge Menschen unattraktiver wird und damit, auf lange Sicht gesehen, auch wichtigen Angeboten des öffentlichen Lebens sukzessive die Basis entzogen wird und diese somit allmählich verschwinden werden.


Das darf nicht geschehen!

Unser Gastautor

Guido Jaskulska hat den FSV Jever mehr als zehn Jahre lang als Vorsitzender geführt, in seine Amtszeit fallen die Verhandlungen mit Stadt und Landkreis über einen Umzug des Vereins vom „Schützenhof-Stadion“ an die Jahnstraße sowie die Umsetzung des Projekts Sportpark an der Jahnstraße. Das war ein enormer Kraftakt für den FSV, auch in finanzieller Hinsicht. Vor einem Jahr, im Sommer 2022, hat Jaskulska das Amt des 1. Vorsitzenden an Malte Hafenstein abgegeben, ist aber noch bis September als Kassenwart im Vorstand tätig gewesen. Anfang dieses Jahres hat Guido Jaskulska den Verein verlassen.

Und daher rufe ich die Kläger, aber auch die öffentliche Hand, auf, einen Kompromiss zu suchen, der es dem FSV Jever erlaubt, auch unter der Woche Erwachsenen-Fußball anzubieten. Es liegt doch auf der Hand: Wer um 17 Uhr von der Arbeit kommt und gegebenenfalls noch eine junge Familie um sich hat, der kann frühestens ab 19 Uhr, besser erst ab 19.30 Uhr auf dem Sportplatz stehen, um zu trainieren. Mit dem nun zwischen öffentlicher Hand und den Klägern getroffenen Vergleich ist dieser Rahmen nicht darstellbar.

Einen tragfähigen Kompromiss finden

Wenn ich den im Jeverschen Wochenblatt dokumentierten Ausführungen von Bürgermeister Albers Glauben schenke, ließ der Richter den Parteien keinen zeitlichen Rahmen für eine vorherige Rücksprache mit dem FSV. Auch gut: Dann schlage ich vor, dass sich nun die Beteiligten zusammensetzen und im Sinne des Gemeinwohls einen für alle tragfähigen Kompromiss finden – denn der Fußball darf nicht aus unserer Stadt verschwinden! Ich sehe durchaus noch mögliche Handlungsoptionen: Man könnte sich darauf einigen, dass an festzulegenden Tagen bis 20.30 Uhr trainiert werden darf, oder dass unter der Woche zwar keine Punktspiele nach 20:00 Uhr erfolgen dürfen, Training aber schon, oder dass die öffentliche Hand bauliche Lärmschutzmaßnahmen ergreift, oder, oder, oder ...

Was nun gefragt ist, ist ein tragfähiger Kompromiss. Und da ist meines Erachtens nach insbesondere die öffentliche Hand, allen voran der Landkreis Friesland, und auch die Politik, nun stark gefordert. Der FSV ist in Sachen Kompromiss schon einen deutlich weiteren Weg als alle umliegenden Sportvereine gegangen! Noch viel mehr von ihm zu verlangen, würde bedeuten, von ihm Selbstaufgabe zu verlangen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Dortmunds Karim Adeyemi (Mitte l) in Aktion. Der BVB setzt sich ein zweites Mal gegen Paris Saint-Germain durch und steht damit im Finale der Champions League.

SIEG GEGEN PARIS SAINT-GERMAIN Dortmund steht im Finale der Champions League

Heinz Büse Jan Mies
Paris
Ein Wahlplakat des sächsischen SPD-Spitzenkandidaten zur Europawahl, Matthias Ecke hängt an der Schandauer Straße im Stadtteil Striesen an einem Laternenmast. Der sächsische SPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, Matthias Ecke, ist beim Plakatieren im Dresdner Stadtteil Striesen angegriffen und schwer verletzt worden. Beim Befestigen von Wahlplakaten am späten Freitagabend schlugen vier Unbekannte auf den 41-Jährigen ein, wie Polizei und Partei am Samstag mitteilten.

SCHUTZ VON POLITIKERN Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen

Dpa
Potsdam
Sie geben Orientierung im Evangelischen Krankenhaus (v.l.) Andreas Hoppe, Elli Fitzner, Gertrud Wessel-Terharn und Pastorin Anke Fasse.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS IN OLDENBURG Sie geben Orientierung und Sicherheit im Krankenhaus-Dschungel

Anja Biewald
Oldenburg
Kommentar
Oliver Braun

ZUR ABSAGE DES DEMOKRATIEFESTES IN SCHORTENS Ideologiebefreit Probleme lösen

Oliver Braun
Verfolgt seinen Plan: Oldenburgs Cheftrainer Pedro Calles (links) spricht mit Deane Williams.

VOR AUSWÄRTSSPIEL IN ULM Baskets-Coach Pedro Calles blendet Rennen um Platz acht aus

Niklas Benter
Oldenburg