Zetel - Mit dem wärmeren Wetter beginnt die Gartenzeit. Das bedeutet: Viele Menschen beginnen damit, ihre Balkone oder Gärten zu bepflanzen. Was dabei beachtet werden muss und welche Pflanzen in diesem Jahr besonders beliebt sind, weiß Stefan Kamps, Gärtnermeister im Zierpflanzenbau und seit 28 Jahren Inhaber der Gärtnerei und Floristik Kamps in Zetel.
Volle Sonne
Bei Kundinnen und Kunden eine beliebte Gartenpflanze sei die Geranie. Kamps beschreibt sie als „pflegeleicht“, denn einige ihrer Arten reinigen sich selbst. Das bedeute, dass die Blätter von selbst abfallen und neu wachsen. Jedoch müssten Geranien jeden Tag mit Wasser versorgt werden.
Unempfindlich und lange beständig sei auch der Zweizahn. Er wird auch „Goldmarie“ genannt. „Wenn die Pflanze mal grau wird, ist das nicht schlimm“, erklärt Kamps. Außerdem sei der Zweizahn durch seine Staubgefäße sehr Bienen-freundlich. Der Experte erklärt: „Staubgefäße erzeugen den Blütenstaub. Viele Pflanzen werden ohne sie gezüchtet, damit die Blüten länger halten. Da haben die Bienen jedoch nichts von.“
Ebenfalls Bienen- und Insekten-freundlich sei das Steinkraut. Beim Gießen jedoch sollte aufgepasst werden: „Die Wurzeln sind sehr dünn. Wenn sie zu viel Wasser bekommen, dann gehen sie kaputt“, weiß der 55-Jährige. Gesunde und robuste Wurzeln würden Hobby-Gärtner unter anderem an der weißen Farbe und an der Dicke der Wurzel erkennen: „Wenn aus einer gebundenen Wurzel ein dickes, weißes Stück Wurzel herausguckt, dann ist sie robust.“
Ebenfalls empfiehlt der Experte die Husarenknöpfe: „Schnecken gehen da nur selten dran. Die mögen diese Pflanze einfach nicht.“ Außerdem sei sie robust und tolerant was die Bewässerung angeht. „Damit kann man eigentlich nichts falsch machen“, meint der Gärtnermeister. Was all diese Pflanzen gemeinsam haben: „Sie benötigen die volle Sonne.“
Einige ihrer Arten reinigen sich selbst: die Geranie.
Lena Hruschka
Wenn die Pflanze mal grau wird, ist das nicht schlimm: der Zweizahn.
Lena Hruschka
Besitzt sehr dünne Wurzeln: das Steinkraut.
Lena Hruschka
So sehe eine gesunde und robuste Wurzel aus.
Lena Hruschka
Seien nicht anfällig für Schnecken-Befall: die Husarenknöpfe.
Lena Hruschka
Gehört zu den wenigen Blumen, die schattenfreundlich sind: die Vanilleblume.
Lena HruschkaSchattige Plätze
Nur wenige Pflanzen würden Plätze Richtung Nordseite vertragen. Für schattige bis halbschattige Plätze würden sich beispielsweise die Vanilleblume und die Fuchsie eignen. Im Gegensatz zur Fuchsie benötige die Vanilleblume jedoch viel Wasser. Die Fuchsie hingegen solle eher trocken gehalten werden.
Die Wurzeln aller bisher genannten Pflanzen würden Luft brauchen. Daher sollten Pflanzenkäufer gute und lockere Erde verwenden. „Für die Erde darf man ruhig ein paar Euro mehr ausgeben“, meint Kamps.
Gemüse schützen
Die Kürbis- wie auch die Gurkenpflanze sollte an einem warmen Ort gehalten werden: „Sie benötigen nachts mindestens zehn Grad“, so Kamps. Tomatenpflanzen sollten vor Regen und Wind geschützt werden. Auch würden sie viel Wasser benötigen. „Beim Gießen sollte darauf geachtet werden, dass die Zeitabstände einigermaßen eingehalten werden. Außerdem sollte nur der Ballen gegossen werden, damit sich an den Blättern durch die Nässe keine Pilze bilden können“, erklärt Kamps.
Neue Pflanzen würden oft in einem Anzuchttopf verkauft, die im Nachhinein vom Käufer in größere Töpfe gepflanzt werden. Die Größe des neuen Topfes sollte zehnmal so groß sein, wie der Anzuchttopf. „Man sollte immer überlegen, wie die Pflanzen in der Natur wachsen und was sie dort zum Überleben brauchen“, so der Experte. Im Gegensatz zu Gemüsepflanzen reiche bei Zimmerpflanzen eine Topf-Vergrößerung von zwei Zentimetern.
