Wangerland - Soll die Wangerland Touristik den Gästebeitrag zukünftig wieder selbst einziehen? Mit dieser Frage wird sich an diesem Mittwoch, 15. November, 19.30 Uhr, der Tourismusausschuss der Gemeinde Wangerland beschäftigen. Die Gruppe ZUW (Zusammenschluss unabhängiger Wählergemeinschaften) hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.
Schlangen und Zeitaufwand
Für den Geschäftsführer der WTG, Armin Kanning, wäre das durchaus möglich. Gleichzeitig warnt der Touristiker aber auch: „Ich wehre mich nicht dagegen, allerdings wäre es schon etwas unverhältnismäßig.“ Denn für die knapp 1200 Bettenanbieter im Wangerland müssten dann etwa zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Touristinformationen der WTG die Arbeit übernehmen. Man habe damals nicht umsonst entschieden, den Aufwand auf mehrere Schultern zu verteilen, so Kanning. Denn um die Arbeit schnell und effizient erledigen zu können, fehle das Personal. „Ich müsste also Leute einstellen, was mit Mehraufwand und Mehrkosten verbunden ist.“ Am Ende könnte es, um eben diese Mehrkosten zu bezahlen, sogar zu einer Erhöhung des Gästebeitrages kommen. Und dabei wurde dieser erst kürzlich um knapp 27 Prozent erhöht, was schon für negative Stimmung in der Branche gesorgt hatte.
Gästeservice in Gefahr?
„Zudem müssen wir uns fragen, was das für ein Gästeservice ist? Der Gast reist meist am Samstag an und wird von uns dann in die Touristinfo geschickt, um seine Gästekarte zu beantragen.“ Hier müsste die WTG erstmal alle Daten des Gastes aufnehmen, bei den Vermietern würden diese schon längst vorliegen. Das wiederum könnte zu Schlangen und Wartezeiten führen. Und wenn dann noch Gäste gleichzeitig über das touristische Angebot im Wangerland informiert werden sollen, würde sich die Wartezeit nur verlängern“, ist Kanning überzeugt. Alles in allem also wäre die Forderung der Gruppe durchaus theoretisch umsetzbar, nach Ansicht des WTG-Chefs aber noch nicht zu Ende gedacht und mit einigen praktischen Hürden versehen.
CDU verärgert
Mit Verwunderung hat indes die CDU auf die Vorgehensweise des ZUW reagiert. Es sei befremdlich, aus der Zeitung zu erfahren, dass der ZUW bei seinem Antrag, den Gästebeitrag wieder von der WTG einziehen zu lassen, auf die Unterstützung der CDU hoffe. „Das hat uns schon sehr geärgert. In der Regel sollte man vorab das Gespräch miteinander suchen, wenn es um die Unterstützung bestimmter Punkte geht“, sagt die Fraktionsvorsitzende der CDU, Alice Brandenburg-Bienek. Hier würde der Eindruck vermittelt, es habe bereits ein Gespräch stattgefunden, was aber nicht der Fall sei.
Und eines stellt die CDU-Fraktionsvorsitzende ebenfalls klar. „Wir werden nichts unterstützen, was der Wangerland Touristik in irgendeiner Art und Weise schadet.“ Man begleite die Vorgänge bei der Tochter WTG kritisch aber auch sachlich. „Wir werden uns aber nie an einer Hetzkampagne gegen die WTG beteiligen“, betont Brandenburg-Bienek.
