Zetel - „Manchmal geht es an der Kasse im Supermarkt so schnell, das man aus dem Konzept kommen kann“, erzählt Willi Wieting aus Zetel. Der 77-Jährige wirkt noch immer aufgeregt, wenn er von dem Verlust seines Portemonnaies erzählt. Er hatte es im Stress im Aldi vergessen. „Eine unübersichtliche Situation an der Kasse und die Börse muss auf dem Band liegen geblieben sein“, rekonstruiert Wieting den schicksalhaften Moment.
Er lebt gewissenhaft und hat seinen Geldbeutel eigentlich noch nie verloren. „Ich habe ihn höchstens mal im Haus verlegt, aber verloren? Noch nicht“, erzählt er. Zum Glück hielt auch dieser Verlust nicht lange an: Noch am selben Tag brachte ein ehrlicher Finder die Geldbörse vorbei. Allerdings hat Wieting ihn verpasst, darum will er den Finder jetzt unbedingt finden.
Erfolglose Suche
Gemerkt hat er es im Auto vor der Haustür. „Ich kontrollierte routinemäßig meine Hosentaschen und merkte, da fehlt etwas und der Schreck fuhr mir ins Mark“, berichtet er. Die Aufregung war groß. Er stürmte in das Haus, um seiner Frau Luise Wieting von dem Verlust zu berichten. „Anschließend bin ich sofort zurück in den Aldi gefahren, um die Börse zu suchen.“ Doch noch während Willi Wieting außer Haus suchte, klingelte es bei Luise Wieting an der Tür und der ehrliche Finder brachte den Geldbeutel vorbei. „Das war ein ganz netter Mann, schätzungsweise zwischen 35 und 40 Jahre alt“, erzählt sie. „Leider habe ich gesundheitliche Probleme mit dem Gedächtnis und kann mich nicht mehr an den ganzen Namen erinnern“, sagt sie weiter. Nur noch den Vornamen „Arne“, erinnere sie. Auch habe sie in dem Moment nicht daran gedacht, einen Finderlohn zu überreichen. Das will das Ehepaar jetzt nachholen.
Wichtige Dokumente
Besonders toll für das Ehepaar: Der Inhalt des Geldbeutels war vollständig. „Da waren unsere beiden Personalausweise, der Schwerbehindertenausweis meiner Frau, die EC-Karte und rund 70 Euro Bargeld drinnen“, berichtet Willi Wieting glücklich.
„Ich kann gar nicht genug danken. Vor allem in diesen Zeiten, in denen so viel eingebrochen wird“, sagt Willi Wieting sichtlich gerührt.
Jetzt wünscht sich Wieting, dass sich der ehrliche Finder bei ihm meldet, „das ist mir ein richtiges Bedürfnis, so eine Tat sollte nicht einfach so untergehen“, betont er. Darum möchte er dem Finder unbedingt persönlich danken und ihm einen Finderlohn übergeben.
Der Finder wird gebeten bei den Wietings in Zetel vorbeizuschauen, „die Adresse ist ihm ja bekannt“, sagt Wieting. Alternativ kann er sich auch an die Redaktion des Gemeinnützigen in Varel wenden.
