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Getreideernte in Friesland Warum Landwirte mit Ertragseinbußen zu kämpfen haben

Landwirte ernten Wintergerste mit Mähdreschern auf einem Feld (Symbolbild).

Landwirte ernten Wintergerste mit Mähdreschern auf einem Feld (Symbolbild).

Martin Schutt/dpa

Friesland - Die Erntesaison ist in vollem Gange, die Ertragsleistungen dürften jedoch recht schwankend sein. Der Grund: Die anhaltende Trockenheit während der Frühjahrsmonate und ungewöhnliche Witterungsbedingungen, wie eine ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge, haben erhebliche Auswirkungen auf die Ernte – auch im Landkreis Friesland. Auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestätigt in einer Pressemitteilung „regional stark schwankende Ertragsleistungen“.

Trockenheit hat Folgen

„Die Trockenheit im Mai hat dem Wintergetreide stark zugesetzt und sich in vielen Regionen nachteilig ausgewirkt“, erklärt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes.

Die Folge: Landwirte sind gezwungen, ihre Erntepläne anzupassen und haben mit Ertragseinbußen zu kämpfen. „Dem Getreide ging im Frühjahr schon die Luft aus“, fügt Ostendorf hinzu.

Bislang lasse sich im Landkreis Friesland ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr erkennen. Dennoch habe auch hier die Frühjahrstrockenheit dazu beigetragen, dass einige Standorte das Ertragsniveau von 2022 nicht erreichen werden, obwohl die Bodenverhältnisse mit leichten Sand-, Lehm- oder Tonböden günstig sind. In Friesland ist Weizen die vorherrschende Getreideanbauart, gerade im Wangerland mit einer sehr hohen Anbaufläche.

Aber auch Winter- und Sommergerste, vereinzelt Roggen auf Sandstandorten im Raum Jever und Varel oder auch Ölfrüchte wie Raps und Ackerbohnen werden angebaut.


Anders hingegen sieht es in den südlichen und östlichen Regionen Niedersachsens aus: Trotz ähnlicher Bodentypen sind hier die Folgen der Frühjahrstrockenheit deutlich stärker zu spüren. „Im Nordwesten haben wir noch einen besseren Standort“, merkt Ostendorf an.

Unterschiede beim Mais

Auch der Mais hat unter den trockenen und kalten Witterungsbedingungen im Mai gelitten. Ostendorf berichtet von auffällig großen Unterschieden im Maisertrag in diesem Jahr im Nordwesten. „Selbst innerhalb von Landkreisen und Dörfern mit vergleichbaren Bodentypen haben wir selten so unterschiedliche Bestände gesehen.“ Somit ist bereits absehbar: Die Maisernte 2023 wird schlechter ausfallen als in den Vorjahren. Obwohl sich der Mais im Sommer noch erholen kann, hinkt er in seiner Entwicklung hinterher. Das Wetter im Mai mit kalten Nächten und starkem Wind haben das Wachstum gebremst.

Ernte mit hohen Kosten

Neben den Herausforderungen durch das Wetter kommen zudem finanzielle Belastungen hinzu. „Diese Ernte ist mit hohen Kosten entstanden“, erklärt Ostendorf. Der Ukraine-Konflikt habe zu steigenden Erzeugungskosten geführt und die Preise für Getreide und Raps seien aufgrund weltweiter Unsicherheiten gestiegen. Zudem hätten sich die Gaspreisentwicklung und der Stickstoffpreis gegenseitig beeinflusst, nennt Ostendorf Beispiele.

Fakt ist: Bereits im Frühjahr mussten bis zu 80 Euro pro hundert Kilo Dünger gezahlt werden, während der Preis derzeit bei rund 30 Euro pro Kilo liegt. Der Dünger macht dabei einen großen Anteil der Gesamtkosten aus, da dieser auch anderweitig in Nebenprodukten benötigt wird.

Um für die Ernte vorgesorgt zu haben, hätten viele Bauern bereits im Vorjahr Verträge abgeschlossen. „Wer jetzt keinen Dünger bestellt, bekommt im nächsten Jahr keinen mehr“, wurde im vergangenen Jahr gewarnt. Allerdings zeichnet sich auf dem Markt mittlerweile eine langsame Stabilisierung der Preise ab, die sich auf das Niveau von vor zwei bis drei Jahren einpendeln – wenn auch mit einem leichten Anstieg.

Nils Stoffers
Nils Stoffers Volontär, Jeversches Wochenblatt
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