Grafschaft - Aus der Not heraus wurde in Grafschaft das 60. Brunnenfest im vergangenen Jahr mit einem ganz neuen Konzept gefeiert. Und das ging voll auf, das ganze Dorf war auf den Beinen. Grund genug, in diesem Jahr ein ähnliches Fest zu feiern – mit kleinen Veränderungen und Verbesserungen. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend entschieden.
In früheren Zeiten wurde in Grafschaft drei Tage lang das „Brunnenfest“ gefeiert – mit Partys im Zelt und Gastronomiebetrieb auf dem Festplatz. Als der Verein der Grafschafter (Brunnenverein) nach überstandener Corona-Zwangspause im vergangenen Jahr endlich wieder groß feiern wollte, brach ein wichtiger Pfeiler weg: Das Gastronomenpaar, das schon seit Jahren mit einem großen Zelt in Grafschaft bekannt war, hatte einen Unfall, die Genesung dauerte. Damit stand das Zelt nicht zur Verfügung. Der Vorstand des Vereins schmiss kurzerhand alle bisherigen Planungen über den Haufen, setzte alles auf die Karte „schönes Wetter“ und plante ein buntes Sommerfest für einen Tag freiem Himmel.
Die Rechnung ging auf, alle Besucher hatten viel Spaß. Ein Brunnenmeister und eine Brunnenkönigin wurden dennoch proklamiert, ebenso ein Kinderpaar.
Ähnlich soll es nun auch in diesem Sommer sein. Allerdings will der Verein noch Gelegenheiten schaffen, sich notfalls vor Regen schützen zu können. Und: Der Flohmarkt soll wieder komplett ins Dorf zurückgeholt werden.
Freiwillige für Vorstandsämter gesucht
Immer schwieriger wird es in den Vereinen, neues Personal für den Vorstand zu gewinnen. Im Brunnenverein wollte Nicole Hinrichs ihr langjähriges Amt als Schriftführerin abgeben. In der Versammlung war allerdings niemand bereit, diese Position zu übernehmen.
Im kommenden Jahr stehen wieder regulär Wahlen auf der Agenda, schon jetzt kündigten Michael „Hinny“ Hinrichs als Vorsitzender und Markus Heyl als sein Stellvertreter an, dann nicht für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung zu stehen. Es gab Kritik aus der Versammlung, dass sowohl der Vorsitzende als auch sein Vertreter zeitgleich ihre Ämter abgeben wollen. Das aber ließ der Vorstand nicht gelten, zumal wohl zum Teil berufliche Veränderungen den Ausschlag dafür geben.
Sollte sich dann niemand für die Positionen finden, müsste der Verein aufgelöst werden. Doch so weit ist es noch nicht. Hoffnung macht zum Beispiel ein Ehrenamtsnetzwerk, das mit Unterstützung der Stadt Schortens angeschoben wird und Vereine unter anderem bei der effektiven Suche nach neuem Vorstandspersonal unterstützen soll. Es sind Weiterbildungen und Workshops sowie Erfahrungsaustausche geplant.
