Grafschaft - Jutta und Reinhard Hartwig aus Grafschaft haben alles richtig gemacht: In den vergangenen 30 Jahren haben die Inhaber des Fairhandelshauses in Grafschaft ihr Projekt zu einem „Projekt der Zukunft“ gestaltet. „Mahatma Ghandi hat es so ausgedrückt: Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich und dann gewinnst du – wir sind jetzt in der Gewinner Phase“, sagt Reinhard Hartwig.
Zusammen mit seiner Frau Jutta hat der 67-jährige das ehemalige „Kaffeehaus Barkel“ von Juttas Eltern übernommen und umgestaltet. Aus der ehemaligen Gaststätte mit Kegelbahnen entstand das Fairhandelshaus Mercado Mundial – ein Konzept aus Bio- und Fairhandelshaus, Faircafé und Weltladen. Bei Hartwigs bekommen die Kunden auf 450 Quadratmetern Verkaufsfläche alles was sie brauchen – fair gehandelt, oft unverpackt und ökologisch produziert. „Was wir nicht haben, das brauchen sie auch nicht“, betonen die Inhaber.
Lebenseinstellung
Das Angebot des Fairhandelshauses geht auf – immer mehr Kunden interessieren sich für die Herkunft und die Produktion ihrer Lebensmittel. „Die Zeit ist reif für grundlegende Veränderungen unserer Lebensweise in vielen Bereichen“, meinen die Hartwigs. Geld verdienen stehe nicht an erster Stelle – ihnen sei wichtig, mit ihrem Handeln etwas zur Förderung des Gemeinwohls beizutragen. „Wir verkaufen hier keine Produkte, wir verkaufen eine Lebenseinstellung“, betont Reinhard Hartwig.
Vegane Spezialitäten aus der eigenen Küche – Jutta Hartwig arbeitet mit viel Leidenschaft daran, sie zu kreieren. „Unsere Vurst und unser Keese wird mittlerweile europaweit bei uns bestellt“, sagt Reinhard Hartwig. Und neben der Kühltheke duften auch die veganen Leckereien aus der Backtheke. Besucher kommen aus ganz Deutschland und verbringen mitunter auch ihren Urlaub im Ferienhaus Piraten-Nest oder nutzen den Wohnmobilstellplatz auf dem 6000 Quadratmeter großen Anwesen.
Das Ehepaar hat ein Lebenswerk gegründet, ihr ganzes Leben und ihr Vermögen in das Grundstück investiert und ist nun an dem Punkt gekommen, andere einsteigen zu lassen. „Wir suchen Nachfolger für unser Geschäft“, erklärt Reinhard Hartwig. Gesucht werden Menschen mit viel Motivation, Engagement und der Gabe, auch anpacken zu können. „Uns ist auch wichtig, dass unsere Nachfolger vegan leben und gern Kaffee trinken“, betont Hartwig.
Wohn- und Arbeitsprojekt
Für die Nachfolger stehen bereits Wohnungen im Haus bereit. „ Es ist ein Wohn- und Arbeitsprojekt“, das betonen die Hartwigs. Und da sie auch in Zukunft Teil des Geschäfts bleiben werden, ist ihnen wichtig, dass es einfach gut passt. „Wir brauchen hier keine Tagträumer oder Aussteiger, die keinen Plan haben“, so Reinhard Hartwig. Für Menschen, die es wagen wollen und Teil des Projektes oder gar dessen Zukunft werden möchten – denen werden die Hartwigs die Türen aufhalten und an ihre Seite treten.
