Grafschaft - Der Verein der Grafschafter, kurz Brunnenverein, hat einen neuen Vorsitzenden. Bei der Jahreshauptversammlung im Sillensteder „Kiebitznüst“ haben die Mitglieder Thomas Blütgen an die Spitze der Gemeinschaft gewählt. Blütgen löst Jan Homrighausen ab, der bereits vor einem Jahr erklärt hatte, wegen beruflicher Veränderungen für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung zu stehen. Er werde 2019 nach Köln versetzt, begründete der 36-jährige Marinesoldat seinen Rückzug aus dem Vorstand.
Neben Homrighausen standen auch zwei Beisitzer nicht erneut zur Verfügung; das Personalkarussell bei den Grafschaftern kam also abermals in Fahrt – aber nicht ins Schlingern.
Erst vor drei Jahren steckte der Verein in existenziellen Schwierigkeiten, weil sich lange keine Personen fanden, die Verantwortung übernehmen und den Verein in die Zukunft führen wollten. Mit Homrighausen und Blütgen an der Spitze übernahm damals eine junge Garde. Blütgen fungierte bislang als stellvertretender Vorsitzender.
Neuer zweiter Vorsitzender ist nun Karl Langkau. Der 51-Jährige ist erst im vergangenen Jahr mit seiner Familie aus dem Rheinland nach Grafschaft gezogen, sagte er bei seiner Vorstellung. Er habe hier schnell Anschluss gefunden und Kontakt zum Brunnenverein geknüpft.
Neu im erweiterten Vorstand sind zudem die Beisitzer Doreen Blütgen und Markus Heyl, der ebenfalls erst seit vier Jahren im Ort lebt.
In ihren Ämtern bestätigt wurden hingegen Kassenwart Wilfried Sutorius und Schriftführerin Ramona Emken sowie Beisitzerin Irmgard Schenk.
Homrighausen zufolge zählt der Verein der Grafschafter zurzeit 274 Mitglieder. Mit der Verjüngung des Vorstands einher ging auch die Verjüngung des Angebots. Das habe vermehrt junge Familien angesprochen. Höhepunkt des Vereinsjahrs ist das Brunnenfest, das die Grafschafter seit Jahrzehnten stets am zweiten September-Wochenende feiern. Inzwischen habe man mit dem gemeinsamen Bau der blütengeschmückten Korsowagen auch einen Weg gefunden, diese Tradition zum Brunnenfest fortzuführen.
Ein seit einigen Jahren immer wieder formulierter Wunsch kam auch diesmal kurz auf den Tisch: Ein Vereinsmitglied bat Bürgermeister Gerhard Böhling, für einen eigenen Treffpunkt der Grafschafter in Grafschaft zu sorgen. Doch angesichts der wenigen Versammlungen im Jahr sieht Böhling dafür keine Notwendigkeit. Er riet stattdessen zur Accumer Mühlenscheune. Dass die für den Brunnenverein zu teuer sei, will Böhling nun klären und mit dem Mühlenverein reden.
