Jever - Bernhard und Bianka auf Abenteuertour: Die beiden Trauerschwäne sind zurzeit immer wieder in Jever unterwegs – „das wird wahrscheinlich noch so lange gehen, bis sie ein Nest bauen“, sagt Michi Frerichs vom Graftenteam Jever. Seit Sommer 2017 kümmert sich das sechsköpfige Team ehrenamtlich um die Graften und deren gefiederten Bewohner.
Das Team bittet alle, die die Trauerschwäne bei Spaziergängen durch die Stadt beobachten, sie entweder sachte zur Prinzengraft zurückzutreiben – „sie kennen den Weg“ – oder unter Tel. 04461/6472 (Anneliese Janßen) das Graftenteam zu informieren.
Wichtig: Bernhard und Bianka leben seit November an der Prinzengraft beim Kreisamt – nicht mehr an der Pferdegraft bei der Brauerei. Das Graftenteam hatte die beiden schwarzen Schwäne in Absprache mit der Stadt Jever und einem Fachmann dorthin umgesiedelt.
Grund war, dass es zwischen dem Schwanenpaar und Höckergans Gustav an der Pferdegraft zu Revier-Streitigkeiten gekommen war: Als die Schwäne geschlechtsreif waren und insbesondere im Sommer, als sie ihre erste Brut aufzogen, attackierten sie die Gänse, die ebenfalls auf der Pferdegraft leben. „Besonders schlimm war das für den 30 Jahre alten Gustav – er leidet an Arthrose und hat es bei niedrigen Wasserständen schwer ins und aus dem Wasser zu kommen“, erklärt Michi Frerichs: Als Gustav Gans nach mehreren kleineren Attacken nicht schnell genug aus dem Wasser flüchten konnte, malträtierten ihn die beiden Schwäne so massiv, dass er vermutlich nicht überlebt hätte, wenn nicht beherzte Passanten dazwischengegangen wären.
Weil Gustav seit 30 Jahren an der Pferdegraft lebt und eine Umsiedlung vermutlich nicht überleben würde, entschloss das Graftenteam, die Trauerschwäne an die Prinzengraft umzuziehen. „Das ist auch gelungen“, sagt Michi Frerichs: „Wir helfen ihnen beim Eingewöhnen, haben sie fast immer im Blick, kontrollieren mehrfach am Tag, ob alles in Ordnung ist und reagieren sofort, wenn wir eine Meldung bekommen, dass die Schwäne unterwegs sind.“
Sobald die beiden Schwäne ihr Nest an der Prinzengraft gebaut haben, wird es auch vorbei sein mit den Stadtspaziergängen, hofft das Graftenteam: „Denn dann sind sie richtig angekommen.“
