Sande - „In dieser Nacht ist ein Teil meiner Jugend in Feuer und Rauch aufgegangen“, seufzt ein Feuerwehrmann am frühen Mittwochmorgen vor den rauchenden Trümmern der – nun ehemaligen – Sander Discothek Twister Dance. Von der Großraumdiscothek, in der Wochenende für Wochenende ein junges Publikum aus Friesland, Wittmund, Wilhelmshaven und dem weiteren Umfeld tanzte und feierte, ist nichts geblieben außer einer komplett abgebrannten und nach beißendem Rauch stinkenden Ruine. Ein Totalschaden.
Der Club, gerade mal 300 Meter entfernt von der Feuerwehrstation Sande, ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Doch die Feuerwehr Sande und die ebenfalls herbeigeeilte Ortswehr aus Gödens und die Drehleiter aus Varel konnten nicht mehr viel ausrichten.
Rasend schnell fraßen sich die Flammen durch das Gebäude. Nachdem klar war, dass das „Twister Dance“ nicht zu retten war, ließ die Feuerwehr die Discothek kontrolliert abbrennen.
Erst ein Knall
Auch die Polizeibeamten, die am Morgen danach den Brandort absichern, sind betroffen. Mancher von ihnen hat hier schon mit Freunden gefeiert.
Im Internet verbreitete sich die Nachricht vom Großbrand noch in der Nacht wie das sprichwörtliche Lauffeuer. Viele zeigten sich erschüttert und fassungslos.
Andere berichteten von ihren Erlebnissen in der Sander Discothek oder dass sie am letzten Wochenende noch dort gewesen seien. Das Feuer in der Disco war am späten Dienstagabend gegen 23 Uhr ausgebrochen. „Es habe einen Knall gegeben, dann stand alles in Flammen“, berichtet ein Feuerwehrmann von der Aussage eines Zeugen.
Ob das andere Zeugen ebenfalls so wahrgenommen haben und was sich wirklich zugetragen hat, ist zur Stunde ungewiss. Die Brandursache ist noch völlig unklar, die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang.
Wichtig und die Hauptsache ist, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. „Nicht auszudenken, wenn das am Wochenende passiert wäre, wenn die Discothek voller Menschen ist.“
Spurensuche
Am Morgen danach hatte die Ortswehr Accum die Kameraden aus Sande und Gödens abgelöst.
Die Accumer Wehr übernahm die Nachlöscharbeiten und sicherte die Brandstelle. Die Polizei beschlagnahmte den Brandort. Beamte machen hochauflösende Film- und Bildaufnahmen mit einer Drohne, erhoffen sich dadurch Erkenntnisse zum genauen Entstehungsort des Brandortes und zur Ausbreitung der Flammen.
Ein Team aus Brandursachenermittlern soll, sobald der Unglücksort gefahrlos betreten werden kann, in Schutt und Asche auf Spurensuche gehen.
Betreiber schockiert
Die Schadenshöhe ist noch nicht zu beziffern, dürfte aber in die Hunderttausende gehen. Der Betreiber der Discothek sei in der Nacht informiert worden und zum Brandort geeilt.
Er war am Mittwoch nicht zu erreichen, sondern informierte auf der Homepage der Discothek von dem Brand und Totalschaden: „Liebe Gäste! Am 21. November 2023 kam es zu einem folgenschweren Brand in unserem Club. Wir sind geschockt und müssen diesen Schmerz erstmal verarbeiten. Habt bitte Verständnis, dass wir uns aktuell auf Anfragen jeglicher Art nicht melden können. Wir werden uns melden, wenn der Zeitpunkt richtig ist.“
