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Johanniter übernehmen Häuslichen Pflegedienst in Sande Übernahme der Sozialstation ist besiegelt

Dieter Meyer (2. von links) vom Regionalvorstand der Johanniter und Bürgermeister Stephan Eiklenborg unterzeichnen den Vertrag zur Übernahme der Sozialstation Sande. Auf die neue Aufgabe freuen sich auch Janina Mikstas-Weets (links) von der Bereichsleitung Pflege und Betreuung sowie Jennifer Haardt (rechts), die künftig die Pflegedienstleitung in Sande übernimmt.

Dieter Meyer (2. von links) vom Regionalvorstand der Johanniter und Bürgermeister Stephan Eiklenborg unterzeichnen den Vertrag zur Übernahme der Sozialstation Sande. Auf die neue Aufgabe freuen sich auch Janina Mikstas-Weets (links) von der Bereichsleitung Pflege und Betreuung sowie Jennifer Haardt (rechts), die künftig die Pflegedienstleitung in Sande übernimmt.

Oliver Braun

Sande - Der Wechsel der bislang als kommunaler Regiebetrieb von der Gemeinde Sande geführten Sozialstation Sande auf die Johanniter Unfall-Hilfe als neuer Träger des häuslichen Pflegedienstes ist rechtlich vollzogen. Wirksam wird der Wechsel aber erst zum 1. April. Nachdem – wie bereits berichtet – am vergangenen Donnerstag der Sander Gemeinderat dem Vorhaben zugestimmt hatte, haben am Dienstag Bürgermeister Stephan Eiklenborg und Johanniter-Regionalvorstand Dieter Meyer zusammen mit der künftigen Pflegedienstleiterin Jennifer Haardt und der Bereichsleiterin „Pflege und Betreuung“, Janina Mikstas-Weets, den Vertrag unterzeichnet.

Für die Patientinnen und Patienten und für die aktuell 14 Pflegekräfte und Mitarbeiterinnen der Sozialstation sollen bessere Zeiten anbrechen, versprach Meyer: „Wir bringen ein großes Team und einen großen Erfahrungsschatz mit und können solch ein Projekt erfolgreich managen.“

Versorgung gesichert

Bereits an diesem Mittwoch wollen die Johanniter in der Sozialstation Sande Gespräche mit den Pflegekräften führen. Viele von ihnen sind schon viele Jahre dabei. Sie alle sollen übernommen werden, teils zu besseren Bedingungen, als es die Gemeinde leisten konnte, hieß es. Künftig nicht mehr dabei ist die bisherige Leiterin der Einrichtung, Ulrike Schoolmann. Tatsächlich geht sie zeitgleich mit dem Wechsel der Trägerschaft in den Ruhestand. Auch bei den derzeit etwa 60 Patientinnen und Patienten wollen sich die Johanniter zügig vorstellen und um das Vertrauen bitten.

Am Leistungsumfang der Einrichtung soll sich auch unter neuer Regie nichts ändern, sagte Jennifer Haardt. Auch künftig werden die Johanniter die Versorgung in den Bereichen Körperpflege, Behandlungspflege der Menschen in deren vertrauter Umgebung sowie Unterstützung in der Hauswirtschaft sicherstellen.

Der Johanniter-Regionalverband Weser-Ems ist mit rund 1000 Vollzeitkräften und rund 2000 ehrenamtlich engagierten Kräften deutschlandweit der größte Regionalverband der Johanniter und entsprechend groß und breit aufgestellt. Die Johanniter betreiben in der Region bereits sieben Tagespflege- und teilstationäre Einrichtungen und drei klassische ambulante Pflegedienste. Die bisherige Sozialstation Sande werde am Johanniter Pflegedienst Wilhelmshaven angedockt. Dazu gehört als Anlaufstelle bereits der Johanniter Pflegedienst in Carolinensiel mit acht Mitarbeitern. Sande ist nun die zweite Anlaufstelle. Was künftig am Klingelschild an der Hauptstraße 68 steht, ist noch nicht geklärt. „Sande“ solle aber schon im Namen auftauchen, sagte Mikstas-Weets. Viel wichtiger aber sei: Mit dann insgesamt mehr als 50 Mitarbeitern in den drei Pflegediensten werde die Versorgungssicherheit erhöht.


Komplexes Geschäft

Für Eiklenborg war die Trennung von der Sozialstation überfällig: 1991 wurde die Sozialstation zusammen mit der Gemeinde Zetel gegründet. Damals sei das die richtige Entscheidung gewesen. Inzwischen gebe es in Sande aber drei weitere kompetente und verlässliche private Anbieter in der häuslichen Pflege, so Eiklenborg. Über die drei Jahrzehnte sei die Pflege zudem ein so komplexes Geschäft geworden, das könne eine kleine Kommunalverwaltung nicht mehr nebenbei erledigen. Hinzu komme das jährlich gewachsene Defizit, das die Gemeinde ausgleichen musste. Zuletzt stieg diese Summe auf über 100000 Euro im Jahr.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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