Varel - Das Handtuch geschnappt, schnell in die Badehose oder den Badeanzug geschlüpft und ab ins Hallenbad, um eine Runde zu schwimmen. Für Badegäste eine Selbstverständlichkeit. Dass der Besuch im Bad überhaupt möglich ist, dazu gehört noch viel mehr, weiß Nina Martens. Sie ist eine von neun Schwimmmeisterinnen und -Meistern im Hallenbad Varel, die dafür zuständig sind, dass Wasserqualität, Temperatur und die Technik stimmen und funktionieren. Anlässlich des 50. Geburtstags haben die Hallenbad-Betreiber einen Blick hinter die Kulissen im Technikkeller erlaubt.
Hoher Wasserverbrauch
Es ist unerwartet warm im Keller des Hallenbads in Varel. Und laut. Das liegt an den etlichen Maschinen, Tanks und Pumpen, die hier rund um die Uhr arbeiten und unter anderem stets die Wasserqualität in den drei Schwimmbecken kontrollieren. Ein kleines Gerät an der Wand, die Mess- und Regelanlage, überprüft die drei wichtigsten Parameter im Wasser: Temperatur, pH-Wert und Chlorgehalt. „Für eine gute Wasserqualität müssen die drei Werte übereinstimmen“, erklärt Nina Martens. Ist ein Wert zu hoch oder zu niedrig, müssen die Schwimmmeister diesen korrigieren.
An der Impfstelle: Nina Martens überprüft den mit Natriumhydroxidlösung gefüllten Kanister.
Stephanie Meyer
Die Mess- und Regelanlage überprüft die wichtigsten Parameter im Badewasser: die Temperatur, den pH-Wert und den Chlorgehalt
Stephanie Meyer
In diesen Vorratstanks wird das Wasser für die Duschanlagen aufbewahrt. Bis zu 70 Grad heiß wird das Wasser, damit Legionellen (Bakterien) abgetötet werden.
Stephanie Meyer
In diesen großen Tanks wird das schmutzige Badewasser gefiltert und gereinigt.
Stephanie MeyerKnapp eine Million Liter Wasser füllen das große Mehrzweckbecken, das eine Tiefe von bis zu 3,80 Meter hat. Rund 115000 Liter passen in das Lehrbecken. „Ständig geht Wasser aus den Becken verloren. Es schwappt über den Rand in die Rinnen, wenn zum Beispiel jemand hineinspringt“, weiß Martens. So verbrauche jeder Badegast um die 30 Liter Wasser.
Ständiger Kreislauf
Zahlreiche Rohre im Keller leiten das verschmutzte Wasser über mehrere Stationen in drei große Tanks. „Zunächst wird grober Schmutz wie Haare entfernt. Dann wird das Wasser mehrfach durch Kohle, Sand und Kies gefiltert“, sagt die 37-jährige Schwimmmeisterin. Über sogenannte Impfstellen werden unter anderem Chlorgranulat zur Desinfektion oder Natriumhydroxidlösung zur Senkung des pH-Wertes hinzugegeben. Das saubere Wasser wird anschließend in die Schwimmbecken gefüllt – ein ständiger Kreislauf.
„Jährlich werden die Becken natürlich komplett gereinigt und mit frischem Wasser aufgefüllt“, versichert Nina Martens. So werden im Jahr bei rund 90000 Badegästen insgesamt vier bis fünf Tausend Kubikmeter Wasser verbraucht, dazu kommen circa 600 Kubikmeter Warmwasser für die Duschanlagen.
So alt wie das Hallenbad sind auch die meisten der technischen Geräte im Keller. Eine Ausnahme ist die Lüftungsanlage, die 2017 erneuert wurde. Mit Blick auf das in die Jahre gekommene Gebäude ist zuletzt eine Diskussion über einen Neubau entfacht. Die Schwimmmeisterin äußert sich dazu nur bedingt: „Es funktioniert alles. Und die Lage direkt neben der Schule ist doch perfekt.“
