Varel - Die Zeit fürs Hallenbad Varel läuft ab. Nicht erst zum 50-jährigen Bestehen zeigte sich, dass das Gebäude allmählich den Zenit überschritten hat. Doch was ist die Konsequenz? Sanierung? Neubau? Eine Frage, die seit länger Zeit im Raum steht. Immer wieder rutscht das Thema auf die Agenda. Die Fraktionen, so wusste Kurdirektor Johann Taddigs im Gespräch mit der Redaktion zu berichten, beraten das Thema bereits. Doch die Ende 2022 angedachten Arbeitsgruppen, die sich mit der Zukunft des Bades beschäftigen sollten, gibt es noch nicht.
Kosten, Aufwand, Sinn
Sicher ist, es geht um mehr als die simple Frage ob Sanierung oder Neubau, so wird es im Gespräch mit dem Kurdirektor deutlich. Es geht um die Abwägung der Kosten, den Aufwand und der Frage: Was macht Sinn? Und nicht zuletzt: Was wünschen sich die Vareler? Was die Schulen und Vereine? Und was ist finanziell für die Stadt machbar?
Dass das Bad beliebt ist, steht dabei außer Frage. Die Besucherzahlen sind gut, Schulen und Vereine nutzen das Bad rege. Für die Stadt selbst ist ein eigenes Hallenbad zudem ein Aushängeschild, das sich viele andere Städte im Land gar nicht mehr leisten können. Und so kam bei Politik und Verwaltung auch nicht die Frage auf, ob ein Hallenbad an sich noch sinnvoll ist. Diese eine Frage, so wird im Gespräch weiter deutlich, ist derzeit wohl geklärt. Es geht einzig und allein um ein tragfähiges Zukunftskonzept.
Ergebnisoffene Diskussion erwünscht
Taddigs plädiert dafür, erst einmal ein Anforderungsprofil für das Bad zu erstellen. „Immer unter der Prämisse, dass man prüft, was ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll“, so der Kurdirektor. Wichtig für ihn: Die Beratung sollte ergebnisoffen geführt werden. Deshalb müssten Politik, Verwaltung und Nutzer des Bades in die Diskussion einsteigen, transparent arbeiten und sich einig darüber werden, wie eben jenes Zukunftskonzept aussehen könnte.
Ist das geschafft, kann es aber wohl nicht sofort an die Umsetzung gehen. Dafür ist die wirtschaftliche Lage zu schwierig. Aber, so erklärte Taddigs, wenn ein Schubladenplan für das ideale Bürgerbad erarbeitet ist, der in dem Moment, an dem sich „ein Silberstreif am Horizont abzeichnet und Fördermittel angefordert werden können“, gezückt werden kann, sei viel geschafft. „Dann können wir umsetzen, was wir vorher mit allen Betroffenen, mit den Vereinen, mit den Schulen, mit unseren Bürgern als Bad konstruiert haben“, so Taddigs weiter.
Wie lange hält das Bad noch durch?
Doch hält das alte Hallenbad noch so lange durch? Auch das ist eine Frage, auf die es keine Antwort gibt. Die Technik wurde über all die Jahrzehnte gut gepflegt, betonte der Kurdirektor, dennoch sei ihre Lebensdauer „deutlich überschritten“. Und so ist die Planung fürs ideale Bürgerbad wohl auch ein Lauf gegen die Zeit. Denn größere Investitionen, so räumte Taddigs weiter ein, werden im alten Bad eines Tages anstehen. Welche Summen dann auf die Stadt zukommen, wollte der Kurdirektor nicht sagen. Nur so viel: „Das sind Investitionen in einer Größenordnung – da geht es nicht darum, lose Fliesen abzuklopfen. Das sind technische Investitionen, grundsätzliche Investitionen, die in einer Größenordnung sind, dass man, auch wenn nur eine größere Reparatur davon in Gang gesetzt wird, dort Tatsachen schafft. Tatsachen, die wir im Moment nicht wollen. Denn wir wollen eine ergebnisoffene Diskussion oder Planung, um in die Zukunft zu steuern.“
