Hooksiel - Das Hallenwellenbad in Hooksiel sorgt weiterhin für viel Diskussionsstoff. Nachdem sich die Bürgerinitiative (BI) zu Wort gemeldet und unter anderem Kritik am Umgang mit Investor und Persona non grata Carsten Hippenstiel geäußert hatte, sah sich nun die Gruppe „Gemeinsam fürs Wangerland“ (GfW) (CDU, FDP und Grüne) genötigt, auf die Vorwürfe einzugehen.
„Wir haben alle Forderungen der BI erfüllt“, sagte Alice Brandenburg-Bienek (CDU). Man habe das Bad nicht verkauft, versucht einen Investor zu finden und sogar viel Geld in die Hand genommen, um das Bad weiterführen zu können. Genauer gesagt 231.000 Euro. „Wenn sich aber nichts ändert, obwohl man alles versucht hat, dann muss man es vielleicht auch irgendwann einmal akzeptieren“, sagte Brandenburg-Bienek.
Zig Gespräche
Ein Investor wurde, wie erwähnt, nicht gefunden. Gründe dafür könnte es viele geben, die CDU-Politikerin macht vor allem die Situationen im Nahost-Konflikt und in Osteuropa als Teilursachen aus. Es hänge vieles zusammen. „Preissteigerungen, Lieferschwierigkeiten, dazu diese schlimmen Konflikte. Kein Wunder, dass das Geld bei potenziellen Investoren nicht so locker sitzt“, sagte sie. Den Vorwurf seitens der BI, die GfW-Gruppe habe die Forderungen nicht ernst genommen, weist sie damit entschieden zurück.
„Wir haben 47 Gespräche geführt, da kann niemand sagen, wir hätten nicht reden wollen“, sagte Reiner Tammen (Grüne). Allerdings, so der Vorwurf der GfW-Gruppe, seien die Mitglieder der nun nicht mehr existierenden BI stets nicht bereit für Kompromisse gewesen. „Wenn man nicht offen für Alternativen ist, ja was soll man da noch machen“, sagte Tammen.
Alternativen
Ob die momentane Situation mit zwei Schwimmbädern wirklich zukunftsfähig sei, ließen die Mitglieder der GfW-Gruppe offen. „Klar ist auch, dass die Kommunen kurz vor dem Burnout stehen“, sagte Katharina Jensen (CDU). „Es ist einfach zu wenig Geld da, überall. Energiewende, Ganztagsausbau, Unterkünfte und Unterbringung von Geflüchteten.“ Es sei ein finanzieller Kraftakt. Eine mögliche Lösung könnten Gelder aus dem Kohlestrukturfonds bieten, dazu würde man unter anderem Hilfe der Stadt Wilhelmshaven in Anspruch nehmen, vor allem in puncto Antragsstellung. Darüber hinaus sehen sowohl Jensen als auch Tammen eine „Attraktivierung“ des Hallenbades als notwendig an.
Trotz der offensichtlichen Differenzen bot Brandenburg-Bienek an, sich nochmal an einen Tisch zu setzen. „Um konstruktiv miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte sie. „Damit wir über Alternativen für das Schwimmbad nachdenken können, zusammen mit Wangerland Touristik und den Bürgern. Ein einfacher Austausch, damit wir für den Fall der Fälle vorbereitet sind und Pläne in der Schublade haben.“ Damit, falls das Wellenbad in Mitleidenschaft gezogen wird, ein Plan B bereitsteht.
Rechtssicherheit
Zur Causa Hippenstiel wollten die GfW-Mitglieder nicht ins Detail gehen. „Wir haben einen Punkt in der Beziehung erreicht, wo kein miteinander mehr möglich ist“, sagte Lübbo Meppen (FDP). „Es ist für uns alle schwierig, wir sind, was das angeht, keine Fachleute. Deswegen läuft es jetzt über Anwälte. Auch um Rechtssicherheit zu haben“, erklärte Brandenburg-Bienek. Im Mai hatte der Rat der Gemeinde Wangerland Hippenstiel – der Pächter des Restaurants im Wellenbad ist – wegen mehrerer nicht eingehaltener Fristen und Zahlungen gekündigt, was der Investor allerdings nicht anerkennen wollte.
