Altjührden - Absolut nichts für schwache Nerven war das Auftaktspiel der Landesliga-Handballer der SG Obenstrohe/Dangastermoor am Samstagnachmittag in der Manfred-Schmidt-Sporthalle. So glich das von Beginn an intensiv und emotional, teils sogar nickelig und hitzig geführte Nachbarschaftsduell gegen den Wilhelmshavener SSV für Spieler, Offizielle und der 150 Zuschauer einer Achterbahnfahrt der Gefühle.
Mehrmals hatte sich der gastgebende Aufsteiger im Verlauf der packenden Partie nach teils hohen Rückständen wieder herangekämpft und war Mitte der zweiten Hälfte sogar erstmals mit drei Treffern in Führung gegangen – 26:23 (49.). Doch am Ende jubelten die Gäste und setzten sich knapp mit 32:31 durch.
Starker Rückhalt
Schon vor der Pause waren die Obenstroher, die im Verlauf der ersten Hälfte versuchten, den quirligen und im Eins-gegen-eins-Spiel extrem torgefährlichen Justin Herrmann mit einer 5+1-Deckung weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen, mit 3:7 (10.) und 7:11 (18.) ins Hintertreffen geraten. In der 22. Minute konnten sie erstmals wieder ausgleichen (11:11). Das hatten die Gastgeber auch Torhüter Darek Onken zu verdanken, der die ganze Partie über ein starker Rückhalt war.
SG Obenstrohe/Dangastermoor - Wilhelmshavener SSV 31:32 (13:16)
SG Obenstrohe/Dangastermoor Onken, Hattensauer - Splitthoff, Timme 9, Hauke, Reuter 2, Dick 4, Riederer 4, Brandt 4/1, Richter 1, Rüdebusch 1, Ahlers 5/4, Busemann 1,
Redeker.
Doch zur Pause hatten sich die Gäste wieder auf drei Treffer (13:16) abgesetzt, weil die Obenstroher aus dem Positionsangriff zu wenig Durchschlagskraft entwickelten. Zudem kugelte sich Kai Redeker bei einer harten Abwehraktion der Gäste die Schulter aus und konnte nicht mehr weiterspielen.
Nach Wiederbeginn ging das Auf und Ab in diesem umkämpften Derby weiter. Der WSSV zog schnell auf fünf Treffer davon (14:19), doch die SG-Abwehr steigerte sich im Verbund mit Onken. Tor um Tor robbten sich die Obenstroher – angeführt von Nils Timme – wieder heran und schienen beim 26:23 das Momentum auf ihrer Seite zu haben.
Doch wie gewonnen, so zerronnen: Plötzlich bekamen die Wilhelmshavener wieder Oberwasser und kamen immer wieder über ihre beiden wuchtigen Kreisläufer zum Erfolg. Nach dem 27:30 (57.) setzte SG-Coach Marco Hoffmann alles auf eine Karte und verordnete eine Manndeckung. 45 Sekunden vor dem Abpfiff stand es nur noch 30:31, doch zum nicht unverdienten Ausgleich reichte es nicht mehr.
Nicht griffig genug
„Wir schlagen uns ein Stück weit selbst, waren am Anfang und Ende nicht griffig genug“, analysierte Hoffmann: „Trotzdem war es eine wertvolle Erfahrung, in einem wilden Spiel dreimal zurückzukommen und bis zum Ende daran zu glauben, dass wir was holen können.“ Daran müsse sein Team festhalten.
„An der Cleverness nach der Drei-Tore-Führung müssen wir halt noch arbeiten“, so der Trainer weiter: „Ebenso an der Abwehrarbeit und an der Durchschlagskraft im Angriff.“ Die aktuellen Defizite seien aber wohl auch der kurzen Vorbereitung geschuldet und der damit verbunden noch fehlenden Wettkampfhärte.
