Altjührden - Dank einer Leistungssteigerung nach der Pause und eines überragenden Finn-Luca Schwagereit zwischen den Pfosten bleibt die SG VTB/Altjührden voll drin im Aufstiegsrennen der Nordsee-Staffel. Die Oberliga-Handballer setzten sich am Samstagabend verdient mit 24:19 (12:13) gegen den formstarken Tabellenfünften SG Achim/Baden durch.
Die Vareler bleiben mit 31:11 Punkten zwar auf dem vierten Platz, haben aber bereits an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) mit einem erneuten Erfolg im Rückspiel bei der SG Achim/Baden die Möglichkeit, nach Punkten mit dem Tabellendritten TvdH Oldenburg (33:11) gleichzuziehen. Derweil hat die HSG Nienburg (35:9), die bereits am Freitagabend durch einen 24:21-Heimsieg im Gipfeltreffen gegen die HSG Delmenhorst (35:11) die Tabellenführung übernommen hat, im Titelkampf nun alle Trümpfe in der Hand.
Weiter in Lauerstellung
Schließlich gehen die Nienburger als großer Favorit in ihre letzten beiden Saisonspiele beim Vorletzten TSG Hatten/Sandkrug und zu Hause gegen Rotenburg. Sollte sich der Titelfavorit aber wider Erwarten noch einen Ausrutscher erlauben, hätte die SG VTB/Altjührden – vorausgesetzt, sie gewinnt ihre letzten drei Spiele – bei Punktgleichheit den direkten Vergleich gegen Nienburg gewonnen.
Es bleibt also spannend bei der Meister- und Aufstiegsfrage. Umso verblüffender, dass am Samstag nur 140 Zuschauer in der Manfred-Schmidt-Sporthalle die Vareler in ihrem schweren Heimspiel gegen die SG Achim/Baden, die zuvor siebenmal in Folge nicht verloren hatte (5 Siege/2 Remis), unterstützen wollten.
Nach ausgeglichenem Beginn lagen die Hausherren beim 8:6 (17. Minute) erstmals mit zwei Treffern vorne, leisteten sich danach aber zu viele technische Fehler im Angriff und blieben fünf Minuten ohne Torerfolg. Derweil fanden die Gäste immer wieder Lücken in der Vareler 6:0-Abwehr. Aktivposten im Angriffsspiel der Achimer waren Florian Block-Osmers auf Rückraum Mitte und Tobias Freese auf Halblinks.
Wie aufgedreht aus der Kabine
Doch die Vareler kamen wie aufgedreht aus der Kabine, in der Coach Patrice Giron die richtigen Worte gefunden zu haben schien. Mit drei Treffern in Folge stellten die Hausherren auf 15:13 – auch weil Schwagereit die gegnerischen Angreifer mit seinen Paraden immer mehr zur Verzweiflung brachte und gleich reihenweise freie Würfe der Gäste aus der Nahdistanz entschärfte. Zudem übernahm Lukas Kalafut im Angriff immer mehr Verantwortung und netzte nach Sprungwürfen mehrmals erfolgreich ein.
SG VTB/Altjührden - SG Achim/Baden 24:19 (12:13)
SG VTB/Altjührden Schwagereit (17 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Suttner (2/2) – Steusloff, Schildknecht 1, Zindler 1, Kalafut 5, Langer 1, Janßen 3, Prikryl, Thünemann, Straten, Bitter 4, Kamp 5/5, Rohde 4.
SG Achim/Baden Bohling, Dybol – Block-Osmers 1, Pfeiffer, Naumann 1/1, Zilz 1, Borchert 7/2, Pehling, Freese 6, Windßus, Budelmann, Meyer, Auth 1, Balke 2.
Siebenmeter 5/6 SG VTB – 3/6 SG Achim.
Strafminuten 6 SG VTB – 8 SG Achim.
Rote Karte Balke (SG Achim/Baden/55.) wegen dritter Zeitstrafe.
Zuschauer 140.
Stationen 2:2 (5. Minute), 5:5 (9.), 8.6 (17.), 10:10 (22.), 11:12 (27.), 12:13 (Hz.) – 15:13 (34.), 16:15 (39.), 19:15 (43.), 21:15 (48.), 23:18 (55.), 24:19 (Endstand).
Nächste Spiele SG Achim/Baden - SG VTB/Altjührden (Mittwoch, 20.15 Uhr), TuS Rotenburg - SG VTB/Altjührden (Samstag, 18.30 Uhr)-
Nach dem 16:15 (39.) gelang den Varelern sogar ein 5:0-Lauf auf 21:15 (48.). Dann folgte allerdings ein großer Schreckmoment, als Kai Schildknecht bei einer Wurfaktion vom Kreis in Bedrängnis zu Boden ging und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht das Knie hielt (52.). Er konnte nicht mehr weiterspielen, doch gab Physio Dennis Ligthart nach längerer Behandlung im Sanitäterraum Entwarnung und kehrte Schildknecht sogar humpelnd auf die Bank zurück – ohne allerdings wieder eingesetzt werden zu können. Ob er bereits an diesem Mittwochabend beim schnellen Wiedersehen mit Achim/Baden schon wieder auflaufen kann, bleibt abzuwarten.
In den letzten Spielminuten am Samstag brachten die Vareler ihren Vorsprung sicher über die Zeit und feierten nach Abpfiff den 15. Saisonsieg ausgelassen im Hüpfkreis.
