Altjührden - Ab sofort ist Crunchtime im packenden Titelkampf der Handball-Oberliga Nordsee: Zwei Wochen vor dem Saisonende trennen die ersten vier Mannschaften gerade mal zwei Minuspunkte voneinander. Angeführt wird das Tableau aktuell von der HSG Delmenhorst (35:9 Punkte), es folgen die HSG Nienburg (33:9), der TvdH Oldenburg (31:11) und ebenfalls noch in Lauerstellung die SG VTB/Altjührden (29:11).
Die Vareler läuten die alles entscheidende Phase mit einer englischen Woche ein. Los geht es an diesem Samstag um 19.30 Uhr in der Manfred-Schmidt-Sporthalle im bereits vorletzten Heimspiel gegen die SG Achim/Baden. Schon am Mittwochabend (20.15 Uhr) gibt es dann in Achim ein Wiedersehen im Nachholspiel beim formstarken Tabellenfünften aus dem Landkreis Verden.
Erhöht wird die Brisanz im Meisterrennen durch drei noch ausstehende direkte Duelle von Titelrivalen auf der Saison-Zielgeraden. So fordert Nienburg an diesem Freitagabend im Gipfeltreffen den Spitzenreiter aus Delmenhorst heraus. Letzterer muss am Samstag, 28. Mai, zu Hause auch noch gegen den Dritten TvdH ran. Im allerletzten Saisonspiel mit möglicherweise Endspielcharakter hat die SG VTB/Altjührden am Freitag, 3. Juni, dann um 20 Uhr die Haarentorer im Derby zu Gast. Bei Punktgleichheit würde der direkte Vergleich zählen. Es ist also weiter vieles möglich.
Bei Aufstiegsverzicht gibt’s Nachrücker
Noch nicht endgültig geklärt ist indes, ob jeder der vier potenziellen Meister das Aufstiegsrecht auch wahrnehmen und damit den enormen Sprung in die 3. Liga tatsächlich auch wagen würde. In der Spielordnung heißt es: Verzichtet einer der Meister aus der Oberliga Nordsee und Oberliga Niedersachsen auf sein Aufstiegsrecht, dann würde in einer Relegation am 11./12. und 18./19. Juni zwischen den beiden Vizemeistern der beiden hiesigen Staffeln der letzte Drittliga-Aufsteiger ermittelt. Die Tabellendritten kommen als Nachrücker indes nicht mehr in Frage.
Die Verantwortlichen der HSG Delmenhorst um den Ersten Vorsitzenden Jens Hafemann haben bereits Anfang Mai bekannt gegeben, dass der Verein selbst im Falle des Titelgewinns auf den Aufstieg in den Profi-Bereich verzichten werde. Es bestünden weder die wirtschaftlichen Voraussetzungen, noch gebe es die dafür notwendige Infrastruktur.
Derweil hat die Nienburger Tageszeitung „Die Harke“ am 5. Mai berichtet, dass die HSG Nienburg – anders als 2015, als man schon einmal Oberliga-Meister wurde, aber verzichtete – diesmal das Aufstiegsrecht wahrnehmen wolle.
Die Verantwortlichen des TvdH Oldenburg haben bisher stets betont, dass der Durchmarsch für den ambitionierten Aufsteiger aus der Verbandsliga in dieser Saison kein Muss sei – dass man sich diesem im Falle des Falles aber auch nicht versperren würde.
Vareler erledigen Hausaufgaben
Fakt ist: Spätestens bis zum 15. Mai mussten die Oberliga-Teams offiziell über die Webseite des DHB für die kommende Drittliga-Saison melden. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und würden es machen – für den Fall, dass wir es sportlich noch direkt oder in die Relegation schaffen“, erklärt Christoph Deters, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter der SG VTB/Altjührden. Mit Blick auf die dazu inzwischen nötige Schützenhilfe fügt er hinzu: „Wir wissen aber natürlich, dass wir uns durch die Niederlage in Elsfleth nicht in die beste Position gebracht haben.“
Laut Patrice Giron ist die 30:31-Pleite beim abstiegsgefährdeten ETB längst aufgearbeitet. „Wir freuen uns auf die Partie gegen die SG Achim/Baden und werden sie auf keinen Fall unterschätzen“, betont Varels Coach: „Meine Jungs haben Lust darauf, als Kollektiv zu zeigen, was sie drauf haben.“ Taktisch sei man auf alles gefasst: „Wir haben unsere Lehren aus den vergangenen Spielen gezogen.“
Derweil befinden sich die Gäste aus Achim im Dauerstress. Sie bestreiten bereits ihre dritte englische Woche seit Ende März – und sind dennoch seit sechs Spielen (4 Siege/2 Remis) ohne Niederlage.
