HARLESIEL - Neu konstituiert hat sich der Hafenzweckverband Harlesiel. Nachdem die Gemeinden Wangerland und Wangerooge dem Verband beigetreten waren (die NWZ berichtete), musste er sich eine neue Verbandsordnung geben. Die Mitglieder – neben Wangerland und Wangerooge auch die Stadt Wittmund und die Sielacht Wittmund – kamen am Donnerstag in Harlesiel zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Verbandsvorsteher wurde Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen gewählt, sein Stellvertreter ist Enno Ommen. Als Geschäftsführer fungiert Johann Schildt.
Das Haushaltsvolumen des Verbands für 2008 wurde in Einnahmen und Ausgaben auf 587 200 Euro festgesetzt. Im Binnenhafen sollen bald eine neue Slipanlage und eine Rampe für Sportboote entstehen.
Einig waren sich die Mitglieder darüber, dass der Hafenzweckverband die vom Land angebotenen Wasserflächen nicht erwerben wird, weil damit Kosten für die Ausbaggerung verbunden seien. Schließlich sei das Land zuständig für die Unterhaltung des Hafens. Der Verkauf wäre eine „elegante Entsorgung von Pflichtaufgaben“, stellte Verbandsvorsteher Claußen fest. Überhaupt sei die Situation von Harlesiel erheblich schlechter als die Häfen von Neuharlingersiel und Bensersiel.
„Wir haben mit Blick auf die Tideabhängigkeit das schlechteste Zeitfenster an der ostfriesischen Küste“, betonte Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls sichtlich verärgert. Die tideabhängigen Fahrpläne, die oft nur einen Aufenthalt von wenigen Stunden auf der Insel ermöglichen, schreckten viele Gäste ab. Diese würden deshalb andere Inseln als Urlaubs- und Ausflugsziel bevorzugen.
Überlegungen, gemeinsam mit den anderen ostfriesischen Häfen und Inseln um eine Verbesserung zu kämpfen, bedürfen noch einer Konkretisierung.
Schließlich stellte der bisherige Verbandsvorsteher Enno Ommen die inzwischen getätigten Maßnahmen für bessere Parkbedingungen für Autos und Omnibusse auf einer drei Hektar großen Fläche im Osthafen dar. In die Infrastruktur des Hafens war im vergangenen Jahr erheblich investiert worden.
