Sande - Im Bereich des rot eingefärbten Asphalts auf der Sander Hauptstraße in Höhe Marktplatz und Rathausplatz soll nun dauerhaft die Tempo-30-Regel gelten. Das hat nach den Erfahrungen mit „Tempo 30 auf Probe“ nun der Fachausschuss mehrheitlich beschlossen.
„30“-Markierung hilft
Was die Einhaltung der Geschwindigkeits-Regelung betrifft, habe es mehrere Erkenntnisse gegeben, so Bürgermeister Stephan Eiklenborg: So sei in dem mit einer Fußgängerampel ausgestatteten Bereich, als noch Tempo 50 galt, die Mehrheit schon kaum schneller als 40 km/h gefahren. Als der Asphalt rot eingefärbt wurde, habe sich dieser Anteil schnell deutlich erhöht. Als dann der Abschnitt auf 30 km/h reduziert wurde, tat sich erst mal nichts; erst als auch noch eine „30“ auf die Fahrbahn markiert und ein Display angebracht wurde, auf dem entweder „Langsam“ oder „Danke“ aufleuchtet, hielten sich mehr Autofahrer an die neue Vorgabe. Diese Wirkung halte offenbar auch nachhaltig an, es trete laut Verwaltung offenbar auch kein Gewöhnungseffekt ein.
6 km/h langsamer
Im Ergebnis sei hier innerhalb eines Jahres, in dem insgesamt sechs jeweils einwöchige Messungen stattfanden, der Verkehr 6 km/h langsamer geworden. 30 km/h fahren zwar noch die wenigsten, aber immerhin rollt hier inzwischen mehr als 80 Prozent des Verkehrs mit höchstens 40 km/h hindurch.
Sowohl SPD, als auch die Gruppe Grüne/FDP/Linke sehen die Maßnahme als Erfolg, die Gruppe BfS/CDU ist geteilter Meinung: „Wir lehnen die 30er-Regelung in diesem Bereich der Hauptstraße ab“, sagte Manuela Mohr (CDU). In dem Bereich gebe es eine Fußgängerampel, sinnvoller wäre Tempo 30 auf der Hauptstraße in Höhe Grundschule und Kindergarten. Ihre Fraktion setze sich für den fließenden Verkehr ein, sagte Mohr. Gruppenpartner Nikolai Dumke (Bürger für Sande, BfS) votierte hingegen für die 30er-Regelung, hätte es aber für besser gehalten, die Tempo 30-Regelung noch bis in den sensiblen Kurvenbereich mit Kita und Abbieger zur Grundschule zu verlängern. „In Höhe Hauptstraße/Falkenweg geben viele Autofahrer für die dortige grüne Ampelphase extra nochmal Gas“, sagte Dumke.
Ortsmittelpunkt betont
Frank David (FDP) erinnerte daran, das der Rot eingefärbte und temporeduzierte Bereich auf der Hauptstraße als Ortsmittelpunkt hervorgehoben wurde: „Hier gibt es zwischen Rathaus/Friedhof und Markplatz sehr viel Querverkehr über die Hauptstraße.“ Klaus Oltmann von der Gemeindeverwaltung erklärte, dass der Landkreis Tempo 30 nur auf dem Rot eingefärbten Bereich umsetzen wollte. Sande dürfe auf keiner seiner Gemeindestraße die Geschwindigkeit selbst festlegen.
