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Corona-Impfung in Friesland Kein Mehraufwand und dennoch problematisch – das sagen die Hausärzte

In Friesland werden Corona-Impfungen seit Ende 2022 nur noch von Hausärzten verabreicht.

In Friesland werden Corona-Impfungen seit Ende 2022 nur noch von Hausärzten verabreicht.

dpa

Varel - Im Landkreis Friesland gibt es seit diesem Jahr keine mobilen Impfteams mehr. Das hat seinen guten Grund, schließlich hat die Nachfrage an Impfungen in den letzten Monaten stark nachgelassen. Hausarztpraxen, die ebenfalls Impfungen anbieten, würden nach Aussage des Landes keine zusätzliche Entlastung mehr benötigen und könnten die zu impfende Menge an Patienten selbst bewältigen. Dr. Jens Wagenknecht aus Varel stimmt dem zu.

Der Landkreis Friesland ist Anfang des Jahres im oberen Drittel der Sieben-Tage-Inzidenz des Robert Koch-Instituts. 253 Neuinfektionen wurden gemeldet. Insgesamt waren bereits 41 368 Friesländer an Covid-19 erkrankt.

Jens Wagenknecht blickt auf den derzeitigen Krankenstand. Auf Nachfrage unserer Redaktion beschreibt er, dass bei der hohen Zahl an Patienten derzeit jeweils zur Hälfte Corona und Grippe diagnostiziert werde.

Weiterhin besteht die Pflicht zur Absonderung, also Quarantäne, weshalb Coronakranke nach positivem PCR-Test, den sie bei ihrem Hausarzt anfertigen lassen, zu Hause bleiben müssen.

Keine Erstimpfung

Geimpft werde in seiner Praxis 20 bis 30 Mal in der Woche. Die Nachfrage an Auffrischungen sei weiterhin überschaubar, so Wagenknecht. „Die vierte Impfung ist bereits von den meisten in Anspruch genommen worden, weshalb die Zahl der Auffrischungen auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau bleibt“, so der Vareler Hausarzt. Doch es gibt ein Problem – kein schwerwiegendes, erklärt Wagenknecht, aber dennoch eines: „Erstimpfungen sind kaum bis gar nicht mehr möglich“, betont er.


Aufgefrischt wird aktuell mit Impfstoffen, die vor der Omikron-Variante zusätzlich schützen. Diese wären nicht für eine Erstimpfung geeignet, so Wagenknecht. Weiterhin werden dafür „Biontech“ oder „Moderna“ empfohlen.

Allerdings: „Es lohnt sich nicht mehr, diese zu bestellen und ein Fläschen anzubrechen. Darin sind sechs Impfungen enthalten.“ Bei einmaligem Bedarf würden fünf Impfungen verschwendet. Hausarztpraxen müssten bei entsprechenden Anfragen den Aufwand betreiben, die Impfdosen in niedrigen Mengen zu bestellen und könnten nicht alle enthaltenen Impfungen verspritzen.

Lockerer Umgang

Dr. Jens Wagenknecht sieht im Jahr 2023 noch nicht das Ende der Pandemie. Corona werde ein Thema bleiben. Doch dem Virus werde vermutlich weniger Relevanz zugesprochen. „Die verschiedenen Varianten bleiben erhalten. Doch sind diese bald wie die einzelnen Grippevarianten anzusehen“, sagt er. Der Hausarzt vermutet, dass sich der Umgang mit Corona lockern könnte. Auch für den Arbeitsalltag. Das Quarantäne-Konzept werde überdacht. Denn nicht jeder Coronakranke leide an schweren Verläufen. Wer sich gesund genug fühle, um zur Arbeit zu gehen, könne dies auch machen. Wer sowieso alleine oder mit wenigen Kollegen, die im besten Fall genesen sind, zusammen arbeitet, stelle keine großartige Gefährdung da.

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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