Erstmals wurde der Neujahrsempfang der Gemeinde Wangerland im Kursaal Horumersiel am Samstagabend von Swantje Bremer und Jelko Leuchtenberger von der Oberschule Hohenkirchen moderiert. Jelko Leuchtenberger hatte vielleicht das soziale Netzwerk „Facebook“ im Kopf, als er den Shantychor aus Horumersiel als die „Like“-Dealer, also die „Gefällt mir“-Dealer und nicht als „Likedeeler“ ankündigte. Der Saal grölte und auch Jelko Leuchtenberger konnte sich, nachdem er seinen Versprecher bemerkt hatte, ein breites Grinsen nicht verkneifen. Und als er kurz darauf Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena im Brustton der Überzeugung mit „hier kommt unser Bürgermeister Björn MühleMANN“ ankündigte, war das Eis endgültig gebrochen. Er erntete Gelächter und tosenden Applaus. Da scheint der Weg zum Stand-Up-Comedian fast vorgezeichnet.
Für eine aufgelockerte Stimmung sorgte auch Poetry-Slammerin Mona Harry (ovales Bild) aus Hamburg, die extra für ihren kurzen Auftritt beim Neujahrsempfang mehrere Stunden Zugfahrt auf sich genommen hatte und ihre Liebeserklärung an den Norden vortrug. Der Slam-Text hatte auf der Video-Plattform „YouTube“ bereits mehr als 300 000 Aufrufe. „Ich war viel in Süddeutschland unterwegs und wollte denen mal erklären, warum mein Herz trotzdem für den Norden schlägt“, sagte sie. Wir Nordlichter wussten ja schon immer, warum die Kompassnadel nach Norden zeigt, aber Dank Mona Harry wissen es nun auch alle anderen.
Nicht als Comedy-Duo, dafür aber als Redner-Duo traten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) vor die mehr als 400 Gäste. Mit Blick auf den Flüchtlingszustrom, den Lies auch für 2016 als größte Herausforderung bezeichnete, rief er die Friesen dazu auf den „Sand deswegen nicht in den Kopf zu stecken“. Und erntete Gelächter für diesen wunderschönen Versprecher und das Bild, das er damit vor dem inneren Auge seiner Zuhörer entstehen ließ.
Während vorn auf der Bühne Musik und Reden die Aufmerksamkeit der Zuschauer beanspruchte, wurden Sparschweine und nach friesischer Tradition auch Sparkühe durch die Reihen gereicht. Diesmal wurde Geld für die Jugendarbeit in den Sportvereinen der Gemeinde Wangerland gesammelt. Am Ende des Abends waren 1291,41 Euro zusammengekommen.
Und der Friese wären keine echter Friese, wenn er die Veranstaltung nicht auch noch dazu genutzt hätte loszuwerden, wo der Schuh drückt. So hielt Wieland Rosenboom eine kurze plattdeutsche Brandrede auf die Tradition des privaten Osterfeuers, dessen Verbot in Niedersachsen seiner Meinung nach wieder aufgehoben werden muss. „Hier kann ich das ja sagen vor mehr als 400 Menschen und wir haben heute Abend ja auch einen Minister im Saal“, rief Rosenboom, der Saal applaudierte.
