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NWZonline.de Region Friesland

Vareler rettet Heulern seit 40 Jahren das Leben

03.07.2015

Varel Voller Vorfreude auf ein Bad in der Nordsee lugt der junge Seehund aus seiner Kiste. In wenigen Augenblicken öffnet sich der Transportbehälter. Mit einem beherzten Sprung von der Bordkante des Fahrgastschiffs Etta von Dangast springt er mit einem kühnen Sprung zurück in die Freiheit – geschafft.

Wenn Ludwig König von seinen Seehunden erzählt, kommt er aus dem Schwärmen kaum wieder heraus. Vor allem junge Seehunde, die ihre Mutter verloren haben und nicht wiederfinden können, haben es ihm angetan. Tag und Nacht ist der Vareler unterwegs, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren und das seit fast 40 Jahren.

Ludwig König ist Ostfriese, geboren in Norden, der Wiege der Seehundrettung. Anfang der 70er Jahre entschlossen sich Erwin Manninga und Winhold Schumann in der ostfriesischen Stadt etwas für die Seehunde zu tun. Der Seehundbestand war Anfang der 60er Jahre merklich zurückgegangen. So geht es nicht weiter, sagten sich die beiden Ostfriesen und versuchten fortan, mutterlose junge Seehunde einzusammeln, aufzupäppeln und wieder auszusetzen.

Wattenjagdaufseher

„Die beiden sind mit einem gefliesten Becken und einer Baubude angefangen“, erinnert sich Ludwig König. Im Juni 1971 wurde der erste Heuler aufgenommen. Er war von der Besatzung eines Fischkutters in Greetsiel gefunden worden. Im Oktober wurde er erfolgreich ausgewildert.

Wenige Jahre später, 1977, verstärkte Ludwig König das Team. Ein Jahr später absolvierte er erfolgreich eine Ausbildung zum ehrenamtlichen Wattenjagdaufseher. Ludwig König, Jäger seit über 40 Jahren in seinem Obenstroher Revier, fährt jährlich mehrere Tausend Kilometer, um die gefundenen Heuler einzusammeln und sie zur Seehundstation Norddeich zu bringen. „Keine Tour ist unter 200 Kilometer. Ich bin immer vier bis fünf Stunden unterwegs“, erklärt der 73-Jährige.

Fünfmal Heringsbrei

In der staatlich anerkannten Betreuungsstation für Meeressäuger in Norddeich werden die sieben bis 13 Kilogramm schweren Heuler dann registriert und am Tag mit fünfmal Heringsbrei aufgepäppelt. Tiere, die weniger als sieben Kilo wiegen, haben kaum eine Überlebenschance. Nach rund drei Monaten werden sie zur Wiedererkennung gechippt und mit einem Gewicht von ungefähr 25 Kilogramm wieder ausgewildert.

„Menschen sollten sich Heulern nicht nähern und mindestens 300 Meter Abstand halten. Es ist schlimm, wenn die Jungtiere von den Hündinnen getrennt werden“, warnt Ludwig König.

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