Zetel/Starokonstantinov - Es ist schon die zweite Medikamentenlieferung in diesem Jahr, die vom friesischen Zetel aus ein Krankenhaus im westukrainischen Starokonstantinov angesteuert hatte. Organisiert von einem Zusammenschluss verschiedener Zeteler: Der Lions-Club Zetel/Friesische Wehde hatte Spenden gesammelt, mit denen der Apotheker Dr. Rolf Bruns verschreibungspflichtige Medikamente einkaufte. Aufwendig versiegelt und verpackt wurden die Medikamente von ehrenamtlichen Helfern des Sozialen Kaufhaus Zetel in einen Lastwagen verladen. Das Soziale Kaufhaus Zetel steuerte noch unter der Bevölkerung gesammelte Sachspenden dazu, damit war der Wagen abreisebereit.
Wichtige Medikamente
Der mit verschreibungspflichtigen Medikamenten beladene Lastwagen wurde an der polnischen Grenze ausgiebig kontrolliert, berichten die Männer. „Alle Kartons mussten entladen werden und die Medikamente wurden stichprobenartig genauer inspiziert“, erzählt Zetels Beauftragter für Humanitäre Hilfe, Gerhard Rusch.
„Das ist aber ein sehr gutes Zeichen“, ergänzt der Apotheker Dr. Rolf Bruns. Abgelaufene Medikamente seien ein häufiges Problem bei privat organisierten Hilfslieferungen. „Nach dem Haltbarkeitsdatum können zum Beispiel gefährliche Abbauprodukte entstehen, dadurch werden die Medikamente schlicht unbrauchbar oder sogar richtig gefährlich.“
Bei den Lieferungen, an die Ukraine hat, Bruns sich an internationale Empfehlungen orientiert, „das sind standardisierte health-kits die 70 Medikamente enthalten, mit denen man 95 Prozent aller Krankheiten behandeln kann“.
Die Auslieferung von Medikamenten sei besonders aufwendig, berichtet der Zeteler, der sich auch bei der Initiative „Apotheke ohne Grenzen“ engagiert. „Meine Mitarbeiterinnen haben jede einzelne Packung in der Hand gehalten, den QR-Code entwertet und nach der Verpackung versiegelt“, sagt er. Außerdem musste der ukrainische Arzt Sergeij Chesakov alle erhaltenen Medikamente quittieren.
Persönliche Beziehung
Die engagierten Zeteler fahren nicht erst seit der russischen Kriegserklärung am 24. Februar mit Hilfsgütern in die Ukraine. „Wir machen das schon seit den 2000ern“, sagt Hans Bitter vom Vorstand des Zeteler Sozialkaufhauses. Entstanden war die besondere Kooperation auf Initiative des engagierten Zetelers Hermann Schmidt, der die bereits bestehende Hilfstätigkeit der Gemeinde in Richtung Starokonstantinov lenkte. Den Geburtsort seiner Mutter. Seit 2006 ist Gerhard Rusch als Beauftragter für Humanitäre Hilfe in der Gemeinde Zetel eingesetzt.
Darum höre der Kontakt auch nicht nach der Übergabe der Güter auf, so Rusch: „Wir stehen eng mit Sergej Chesakov, dem ehemaligen Chef-Chirurgen des Krankenhauses in Verbindung“.
So sei es in der letzten Woche wieder deutlicher zu spüren gewesen. Seit Samstag, 22. Oktober sei die Versorgung mit Elektrizität und Trinkwasser unterbrochen und auch die Kommunikation sei gestört. Darum blicken die Helfer in die Zukunft und planen bereits die nächste Hilfslieferung, so Rusch. Dafür hat Bernd Frosch von der Zeteler Firma „SE-Werbung“ extra eine neue Folie für den Laster erstellt, den die Firma H.-G. Tönjes Industriemontage GmbH für die Lieferungen bereitstellt. Statt russischem Kyrillisch auf grauem Hintergrund erstrahlt jetzt ukrainisches Kyrillisch auf blau-gelben Hintergrund.
