Roffhausen/Wangerland - Ukrainische Freiwillige aus der Stadt Zolochiv in der West-Ukraine bei Lviv haben am vergangenen Wochenende den mittlerweile 17. humanitären Hilfstransport von Renate und Ralf Brunken sowie Bettina Schild und ihren Freunden von der Organisation „Friesen helfen grenzenlos“ empfangen. Um zu berichten, wie die Organisation und Lieferung von humanitärer Hilfe direkt in die Ukraine erfolgt, begleitete ich als Redakteurin des Jeverschen Wochenblatts gemeinsam mit Renate Brunken den jüngsten Transport. Denn am Ende eines jeden Monats bringen die Freiwilligen von „Friesen helfen grenzenlos“ mehrere Tonnen Hilfsgüter in nach Zolochiv.
Im Laufe eines Jahres haben Renate Brunken und Bettina Schild durch ihre Freiwilligenarbeit ein breites Netzwerk für die Sammlung, Sortierung und Lieferung von humanitären Hilfsgütern in die Ukraine aufgebaut. Nach Angaben der Freiwilligen funktioniert dieses System wie ein Uhrwerk: klar und abgestimmt. Zum Beispiel ist der Arzt Oleg Melekh von der Ammerland-Klinik bei „Friesen helfen grenzenlos“ für den Kauf speziell bestellter Medikamente verantwortlich.
Treue Helfer und Spender
Die Spenden werden im Wangerland von Bettina Schild und in Roffhausen von Renate Brunken gesammelt. Zusammen kaufen die beiden Frauen von den Spendengeldern Nahrungsmittel und Hygieneartikel für Kinder und Erwachsene ein. Die meisten Internetbestellungen erledigt Renate Brunken, die viel Zeit damit verbringt, beispielsweise Schlafsäcke oder Schuhe in großen Größen zu suchen.
„Friesen helfen grenzenlos“ hat ständige Spender, die sich an jedem humanitären Transport in die Ukraine beteiligen und das kaufen, was am meisten benötigt wird. „Es sind Menschen, die von Anfang an bei uns sind. Rolf-Werner Knaak, ehemaliger Marinesoldat aus Wilhelmshaven, erhielt sogar eine Auszeichnung vom ukrainischen Verteidigungsministerium für seine ständige Freiwilligenarbeit. Aber es ist ebenso wichtig, dass sich uns jedes Mal auch neue Spender anschließen. Und daran hat Ihre Zeitung, das Jeversches Wochenblatt, großen Anteil, die immer wieder über unsere Spendenaktionen und humanitären Transporte berichtet“, betont Renate Brunken.
Vertrauen ins Ehrenamt
Eine Woche vor der Reise in die Ukraine beginnt das Sortieren und Verpacken der Hilfsgüter. Emily Janßen, Inka Sanders, Anke Heller und Renate Brunken sind dafür verantwortlich. Jede Box ist beschriftet, was die Arbeit für alle erleichtert. Ralf Brunken und Torsten Nabein übernehmen immer das Aufladen. Die Spenden werden in der Regel von Renate Brunken in Begleitung ihres Ehemanns oder von Anke Heller oder Bettina Schild in die Ukraine transportiert. Aber jeder, der sich dafür interessiert, kann mitfahren und mit eigenen Augen sehen, wie der Transport seinen Weg nimmt.
Auf der anderen Seite der ukrainischen Grenze in Zolochiv wartet ein ukrainisches Freiwilligenteam auf Helfer aus Deutschland: Kupchyk Olena, Marichka Smolinska, Myroslava Babinska, Natali Gadevych und andere. Sie verteilen die Hilfsgüter weiter. Wenn das Team „Friesen helfen grenzenlos“ etwas Zeit hat, organisieren die Ukrainer Ausflüge für sie und stellen sie den Familien vor, die die humanitäre Hilfe erhalten.
Fotos auf Facebook
„Das sind Menschen, denen wir genauso vertrauen wie uns selbst. Einmal gingen beim Versand von Zolochiv nach Kiew zwei Pakete mit Kleidung verloren. Dann stand Olena Kupchyk auf und mobilisierte fast alle ukrainischen Freiwilligen. Sie war sehr besorgt, dass sie die Lieferung nicht kontrollieren konnte, obwohl nichts Wertvolles drin war – nur Socken und gebrauchte Kleidung“, erinnert sich Renate Brunken. Nach der Verteilung der Hilfsgüter in der Ukraine sendet das Team „Friesen helfen grenzenlos“ Berichtsfotos, die dann auf der gleichnamigen Facebook-Seite veröffentlicht werden.
„Wir sind wenige, aber wir sind sehr koordiniert in der Freiwilligenarbeit – bei uns herrscht kein Chaos. Wir haben die Lieferung von humanitären Transporten regelmäßig gemacht. Das bedeutet, dass die Menschen in der Ukraine auf uns zählen und wir ihre Hoffnungen genauso lange erfüllen werden, wie Spenden von unseren Mitbürgern eingehen“, sagt Renate Brunken.
